Ebelsbach

Millionenschulden für nichts?

Der Hauptschulverband Ebelsbach ist eigentlich überflüssig, aber eine Auflösung alles andere als einfach.
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An der Oberen Heuernte liegt die Schule des Hauptschulverbandes. Allerdings sind dort fast keine Hauptschüler mehr.  Foto: Günther Geiling
An der Oberen Heuernte liegt die Schule des Hauptschulverbandes. Allerdings sind dort fast keine Hauptschüler mehr. Foto: Günther Geiling

Die Situation des Hauptschulverbands Ebelsbach ist kompliziert, vor allem wegen der Vermögensauseinandersetzung der Räte aus den beteiligten Gemeinden Stettfeld, Kirchlauter und Breitbrunn mit der Gemeinde Ebelsbach. Zwar beschloss der Hauptschulverband nun im zweiten Anlauf den Haushalt 2019, aber der Punkt "Auflösung des Hauptschulverbandes" wurde von der Tagesordnung genommen und daher die Entscheidung vertagt.

Zahlen fehlen noch

Der Schulverbandsvorsitzende und Ebelsbacher Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) begründete die Vertagung mit dem Hinweis, dass noch nicht alle wesentlichen Zahlen vorlägen. Hintergrund für eine eventuelle Auflösung des Hauptschulverbandes Ebelsbach ist die Tatsache, dass so gut wie keine Mittelschüler mehr in Ebelsbach unterrichtet werden und die Schüler nur noch zu ein paar Kursen oder Arbeitsgemeinschaft nach Ebelsbach kommen. Die Mittelschüler aus den vier Gemeinden der VG Ebelsbach (Stettfeld, Kirchlauter, Breitbrunn, Ebelsbach) werden auf der anderen Mainseite an der Georg-Göpfert-Mittelschule in Eltmann unterrichtet.

Außerdem wird inzwischen der überwiegende Gebäudeteil der Schule an der Oberen Heuernte in Ebelsbach von der Grundschule Ebelsbach genutzt. In naher Zukunft zieht der Kindergarten St. Magdalena in einen Bauteil ein für die Einrichtung von neuen Gruppen, die im bisherigen Kindergarten nicht untergebracht werden können.

Für den Hauptschulverband Ebelsbach ist also kein Bedarf mehr vorhanden. Deswegen müsse man hinsichtlich der Kosten und Vermögensauseinandersetzung eine Entscheidung treffen, sagte Ziegler. Das scheint nicht so einfach, wie die bisherigen Kontroversen zeigen.

Kämmerin Sabine Klos stellte den Haushalt für den Hauptschulverband Ebelsbach vor. Der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 247 500 Euro, während der Verwaltungsetat bei 620 050 Euro liegt. Der nicht gedeckte Bedarf des Verwaltungshaushaltes wird mit 324 050 Euro ausgewiesen und auf die vier beteiligten Gemeinden umgelegt. Der Schlüssel ist die Zahl der Mittelschüler; derzeit sind es 101 Schüler. Laut der Berechnungen kommt eine Verwaltungsumlage von 3208 Euro pro Mittelschüler heraus.

Auf die Verbandsgemeinden entfallen: Breitbrunn 48 126 Euro (15 Schüler), Ebelsbach 157 212 Euro (49 Schüler), Kirchlauter 67 376 Euro (21 Schüler) und Stettfeld 51 334 Euro (16 Schüler).

Ende 2018 betrugen die Schulden des Zweckverbandes 1 412 159 Euro. Die Schulden auf die Gemeinden aufgeteilt, hieße: Ebelsbach 685 107 Euro, Kirchlauter 293 617 Euro, Stettfeld 223 708 Euro und Breitbrunn 209 726 Euro.

Was soll investiert werden? Im Vermögenshaushalt 2019 stehen vor allem der Schuldendienst mit 159 000 Euro sowie der Glasfaseranschluss mit 70 000 Euro, wozu es eine Zuweisung vom Land mit 50 000 Euro gibt.

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