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Haßfurt

Milder Winter lässt Zahlen sinken

Die Arbeitsagentur meldet weniger Erwerbslose für den Februar - das ist ungewöhnlich für die Jahreszeit.
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Die Arbeitslosigkeit hat sich im Landkreis Haßberge von Januar auf Februar 2020 um 86 Personen auf 1512 Erwerbslose verringert. Diese Zahlen gab die Agentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht für den vergangenen Februar bekannt.

Ein weiterer Vergleich: Die aktuell 1512 Arbeitslosen sind 134 Erwerbslose mehr als im Februar 2019. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 3,0 Prozent. Vor einem Jahr wurde sie mit 2,8 Prozent angegeben.

Der Bestand an verfügbaren Arbeitsplätzen belief sich im Februar 2020 unverändert auf 606 offene Stellen. Im Vergleich zum Februar 2019 gibt es aktuell 133 Arbeitsstellen weniger.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Haßberge hat laut Agenturangaben vom milden Winter profitiert. In den meisten Jahren gibt es zwischen den beiden Monaten Januar und Februar keine großen Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. "Erfreulicherweise", so die Agentur, "war in diesem Februar eine leicht positive Tendenz zu verzeichnen." Durch die ausbleibenden Wintertemperaturen sei ein leichter Abbau der Arbeitslosigkeit erreicht worden.

"Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit ist erfreulich für den letzten Wintermonat. Üblicherweise ruht vor allem in den Außenberufen, wie im Bau, in Gärtnereien oder in der Landwirtschaft, häufig die Arbeit. Betriebe trennen sich deshalb erfahrungsgemäß über den Winter von einem Teil ihrer Beschäftigten, die sich wiederum ar-beitslos melden. Der regionale Arbeitsmarkt war aufgrund des ausbleibenden Kälteeinbruchs weiterhin stabil", erläutert Thomas Stelzer, Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

Die Behörde in Schweinfurt ist zuständig für die gesamte Region Main-Rhön. Das sind die vier Landkreise Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld sowie die Stadt Schweinfurt. Im Kreis Haßberge betreibt die Arbeitsagentur eine Geschäftsstelle in Haßfurt.

Im Vergleich zum Vormonat konnten von der Entwicklung am Arbeitsmarkt fast alle Personengruppen profitieren. Lediglich bei den jüngeren Menschen unter 25 Jahren zeichnete sich ein leichter Anstieg ab. "Jahreszeitlich bedingt ist ein leichter Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen der Jugendlichen nicht unüblich. Es wenden sich nicht nur Auszubildende nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung, sondern auch Ausbildungs- und Studienabbrecher verstärkt an die Vermittler und Berater der Agentur für Arbeit, um so mögliche berufliche Alternativen zu erörtern", bewertet Stelzer die aktuelle Situation. Einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichneten alle anderen von der Statistik erfassten Personengruppen, wie die der Ausländer sowie der 50-Jährigen und älteren Menschen und der Langzeitarbeitslosen.

Der regionale Stellenbestand im Februar 2020 mit 4232 offenen Stellenangeboten in der gesamten Region Main-Rhön un-terstreicht laut Agentur die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. 64 Prozent der offenen Stellen richten sich an Menschen mit einer Berufsausbildung. "Nicht jeder profitiert gleichermaßen vom robusten Arbeitsmarkt. Geringqualifizierte werden es durch den Strukturwandel und die Digitalisierung sowie durch die daraus resultierenden Veränderungen am Arbeitsmarkt künftig noch schwerer haben, sich in die Berufswelt zu integrieren beziehungsweise langfristig ihre Beschäftigung zu sichern", kommentiert Stelzer die Situation. ks