Bamberg
Betreuungsplätze

Migranten besonders betroffen

Fehlende Plätze im vorschulischen und frühkindlichen Bereich, sowie eine ganztägige Betreuung und ihre Qualität im schulischen Bereich in Bamberg beschäftigen den Migranten- und Integrationsbeirat (MI...
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Fehlende Plätze im vorschulischen und frühkindlichen Bereich, sowie eine ganztägige Betreuung und ihre Qualität im schulischen Bereich in Bamberg beschäftigen den Migranten- und Integrationsbeirat (MIB) seit Langem. Trotz einiger planerischer Schritte der Stadt für neue Kindergärten und Kinderkrippen ist die Situation zurzeit sehr angespannt und unbefriedigend, heißt es in einer Mitteilung. Es gibt Kinder und Familien noch ohne Versorgung, trotz staatlicher Garantie für einen Betreuungsplatz. Viele werden von den 2020 und später entstehenden Plätzen gar nicht mehr profitieren. Der MIB weist darauf hin, dass gerade Kinder aus migrierten oder geflüchteten Familien besonders von fehlenden Plätzen betroffen sind, und dass vor dem Hintergrund von Migrationserfahrung und nicht-deutscher Muttersprache diese Problematik eine weitreichende Dimension erhält.

"Die verpasste Chance auf eine frühe Förderung und frühzeitigen Erwerb der deutschen Sprache kann die schulische Laufbahn dieser Kinder, aber auch ihre soziale Integration und damit den späteren gemeinsamen Unterricht für alle Kinder negativ beeinflussen", so Mitra Sharifi, stellvertretende MIB-Vorsitzende.

Das tägliche Zusammensein mit gleichaltrigen Peers deutscher Muttersprache im Kindergarten und in Kinderkrippen stellt ein wichtiges und gesundes Mittel für Integration, Sprachförderung und Teilhabe dar. Gerade in jungen Jahren lernen die Kinder die deutsche Sprache spielerisch und leichter als später, was wissenschaftlich erwiesen ist.

Für die Lage sensibilisieren

Der MIB möchte für diese Problemlage sensibilisieren und wünscht sich von Stadt und politischen Fraktionen konkrete Lösungsvorschläge, wie die Notsituation im kommenden Herbst gelöst werden kann. Es könnte nebst finanzieller und personeller sowie räumlicher Aufstockung der bisherigen Träger auch über kommunale Krippen nachgedacht werden; aber auch über Förderung von Betriebskindertagesstätten und weiterer privater Träger.

Um den Personalnotstand zu verbessern, schlägt der MIB die Anerkennung von Qualifikationen vor, die im Ausland oder auch in Ostdeutschland gemacht wurden.

Eine kostenlose Erzieher-Ausbildung könnte Anreiz für junge Leute sein, diesen anspruchsvollen und idealistischen Beruf in Erwägung zu ziehen. red

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