Nürnberg

Messe kündigt erneut Rekord an

Die Nürnberger Gesellschaft hat ihr umsatzstärkstes ungerades Jahr hinter sich. Heuer, wo turnusmäßig viele Messen stattfinden, könnte sogar die 300-Millionen-Euro-Schwelle übersprungen werden. Nur die Besucherzahlen stagnieren.
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Die moderne Halle 3 A auf dem Nürnberger Messegelände Foto: NürnbergMesse
Die moderne Halle 3 A auf dem Nürnberger Messegelände Foto: NürnbergMesse
Matthias Litzlfelder

Für Außenstehende ist es zunächst schwer nachvollziehbar. Da verbucht eine Gesellschaft einen Verlust in Höhe von 7,4 Millionen Euro, ist mit ihrem Geschäftsjahr aber dennoch hoch zufrieden. Bei der Nürnberger Messegesellschaft liegt dies nicht daran, dass es im Vorjahr noch viel schlechter lief. Im Gegenteil. Entscheidend ist vielmehr der Zweijahres-Turnus, in dem bestimmte Messen stattfinden. In geraden Jahren läuft es in Nürnberg besonders gut, in ungeraden gibt es weniger Umsatz.
2017 war ein ungerades Jahr. Aber es war das umsatzstärkste ungerade Jahr der Unternehmensgeschichte. Mit einem Umsatz in Höhe von 205,5 Millionen Euro sei man "deutlich oberhalb unserer Erwartungen geblieben", sagte Messe-Geschäftsführer Peter Ottmann. Das - gerade - Jahr 2018 sei zu mehr als der Hälfte passé, und schon jetzt zeichne sich ein neuer Allzeitrekord beim Umsatz ab. "Aktuell rechnen wir mit über 290 Millionen Euro", sagte Ottmann. Möglicherweise übertreffe man sogar die Schwelle von 300 Millionen Euro. Für dieses ambitionierte Ziel seien neue Veranstaltungen ein wertvoller Impuls.
17 solcher neuer Veranstaltungen hat die international agierende Messegesellschaft aus Nürnberg im vergangenen Jahr und in diesem Jahr an den Markt gebracht, unter anderem die Biofach South East Asia oder die Craft Drinks India.
"Unser Wachstum geht unverändert weiter", berichtete Ottmann. Im vergangenen Jahr sei mit 42,1 Millionen Euro sehr viel investiert worden. Verglichen mit dem Jahr 2015 nahm die Zahl der Veranstaltungen (177) und auch die Zahl der Aussteller insgesamt (27 829) wieder einmal zu. Blickt man allerdings auf die Zahl der Besucher, so ergibt sich ein leichter Rückgang. Besuchten 2015 noch 1,23 Millionen Menschen die Veranstaltungen der Nürnberg-Messe, so waren es im vergangenen Jahr 1,19 Millionen. "Bei den Konsumgüterthemen hätten wir uns mehr Besucher versprochen", sagte Ottmann. Der Messechef nannte unter anderem die Mitte Februar stattfindende Messe Biofach, die die Besuchererwartungen nicht ganz erfüllt habe. Was den Konzernverlust angeht, so rechnete Ottmann vor, dass 2016 ein "Höchststand beim Gewinn in Höhe von 15,4 Millionen Euro ausgewiesen" worden sei. Betrachte man nun das Doppelgeschäftsjahr 2016/2017 - gerade und ungerade - so bleibe, abzüglich des Verlustes im vergangenen Jahr in Höhe von 7,4 Millionen Euro, unter dem Strich immer noch ein Konzerngewinn in Höhe von 8 Millionen Euro.
Laut Ottmann werden die Rahmenbedingungen für das Messegeschäft rauer. Der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts entwickele sich seit Monaten nach unten. Handelskriege, Zölle und Marktzutrittsbarrieren, wie von US-Präsident Donald Trump befeuert, seien daneben wie "Glyphosat für eine blühende Weltkonjunktur", sagte Ottmann.
Unabhängig davon sei man zuversichtlich und freue sich auf die Inbetriebnahme der neuen Halle 3 C im November.


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