Forchheim

"Merri Grismäs" aus der Region

Witzige Weihnachtsgrüße made in Forchheim: Die Gosberger Werbeagentur Geschwister Wagner gestaltet moderne Mundart-Adventskarten. Die Druckerei Streit produziert sie. Die Jungunternehmerinnen wollen mit Witz und Regionalität punkten.
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Forchheim — "Wir wollen mit einem Augenzwinkern die Region in den Fokus rücken und haben uns deswegen für fränkische Mundart entschieden", erklärt Sigrid Wagner (39). Sie und ihre Schwester Susanne (37) haben einzigartige regionale Weihnachtskarten entworfen. Die beiden Jungunternehmerinnen aus Gosberg sitzen im Vorzimmer der Familiendruckerei Streit in Forchheim, im Hintergrund rattern die Druckmaschinen.


"Dra lala lala"

Sechs unterschiedliche fränkische Sprüche zieren die frisch gedruckten Weihnachtsgrüße im Postkartenformat. Von jedem Motiv gibt es bislang nur eine erste exklusive Auflage von 100 Stück. Sigrid Wagner hatte schon immer ein Vorliebe für Buchstaben und wollte sogenannte Typo-Kunst machen. "Uns ist aufgefallen, dass viele fränkische Sprüche super schön klingen, aber leider allmählich verloren gehen", erläutert sie.


"Dreiwing houm foa grismäs"

Daraus ist die Idee entstanden, selbst Karten zu gestalten. "Ansichtskarten gibt es aus der Region ohne Ende. Aber wir wollten schönere und vor allem welche mit mehr Humor machen", betont Susanne Wagner. Dass es nun zuerst Weihnachtskarten geworden sind, liegt an der Adventszeit.
Regionalität spiele dabei eine große Rolle: "Wir wollten das Druckhandwerk und die regionalen Händler zusammen bringen", erläutert die 37-Jährige.


"fesd. froh. bassd."

Die Gosbergerinnen haben die Karten gestaltet, die Druckerei Streit druckt sie und anschließend werden sie in Forchheimer Läden (siehe Infobox) verkauft. "Hier in Franken wird ja immer viel gejammert, aber wir finden: Gerade für eine Stadt wie Forchheim ist der Zusammenhalt das A und O."


"Früo wora mera Lamedda"

Die Sprüche sind zusammen mit kleinen stilisierten Weihnachtsbäumen auf weißes 350-Gramm-Papier gedruckt. Das schlichte, "skandinavische" Design hat auch einen Hintergrund: "Wenn man Fränkisch gedruckt liest, dann liest es sich fast wie Schwedisch oder Dänisch", sagt Susanne Wagner augenzwinkernd.


"Ach, du fröhliche"

Die Adventskarten sind das erste Projekt, das die Schwestern über ihre Gosberger Werbeagentur "Bureau für Sinn, Design & Anziehung " hinaus gestartet haben.
Vor einem halben Jahr haben sie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und bieten ihre Werbe-Dienste Handwerkern und kleineren Unternehmen in der Region an. Die beiden kreativen Schwestern sind in Forchheim geboren und wollten immer in der Gegend bleiben. "Wir mögen es, dass man hier Hand in Hand arbeiten kann", sagt Sigrid Wagner.
Sie wollen gerade mit Firmen, die mit Werbeagenturen normalerweise nichts anfangen können, zusammenarbeiten.


"Merri Grismäs"

Die Jungunternehmerinnen sind auch bei dem Forchheimer Gründer-Treff "FOcreate" aktiv. Bei den ersten Treffen waren sie nur zu sechst, beim zweiten Mal waren sie schon 16 Leute. "Das sind lauter junge Menschen, die in eine ähnliche Richtung gehen, aber ohne Ellenbogen-Mentalität", meint Susanne Wagner.
Ihren "Lieblings-Drucker" Frank Streit (39) kennen die kreativen Fränkinnen bereits durch ihre Werbeagentur. "Die Karten-Idee ist super. Und das Ganze mit der fränkischen Goschn zu kombinieren, ist schon eine außergewöhnlich coole Idee", findet Streit.

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