Memmelsdorf
Expertenrunde

Memmelsdorf will beim nächsten Starkregen besser gewappnet sein

Durchaus zahlreich waren die Bürger aus Memmelsdorf und seinen Ortsteilen zu einer von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Büro Stadt-Land-Fluss vorbereiteten Expertenrunde ins Rathaus geströmt, um...
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Durchaus zahlreich waren die Bürger aus Memmelsdorf und seinen Ortsteilen zu einer von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Büro Stadt-Land-Fluss vorbereiteten Expertenrunde ins Rathaus geströmt, um sich über die Risiken der Großgemeinde bei Starkregen- und Hochwasser-Ereignissen zu informieren.

Denn Memmelsdorf ist eine der wenigen Gemeinden im Landkreis Bamberg und sogar in ganz Bayern, die augenblicklich in Zusammenarbeit mit Experten ein zukunftsorientiertes sogenanntes Integrales Sturzfluten-Risikomanagement-Konzept erarbeiten. Idealerweise münde dies in eine konkrete Handreichung zur Vorsorge, Vermeidung, Bewältigung und Nachsorge im Zusammenhang mit Starkregen- und Hochwasser-Ereignissen, so Bürgermeister Gerd Schneider.

Die Gemeinde habe den Ernst der Lage bereits vor drei Jahren erkannt, so Diplom-Geograph Johannes Hübner vom Ingenieurbüro Stadt-Land-Fluss. Da aber das örtliche Bauamt mit derart komplexen Fragestellungen überfordert wäre, so Bürgermeister Schneider, habe man sich nicht in Eigenregie an die komplizierte Materie herangewagt. Klar sei aber, das man in die Offensive gehen müsse, dass man sein Risiko bei derartigen Unwetterereignissen kennen müsse, um gewappnet zu sein.

Kosten bei 60 000 Euro

"Das ist eben kein rein lokales Problem, sondern ein überregionales Thema, das wir nur in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach lösen können. Im Gemeinderat haben wir deswegen auch konsequent beschlossen, einem Fachingenieurbüro den Auftrag zu geben und uns diesen gravierenden Fragen für die Zukunft zu stellen", erklärte Schneider den Bürgern.

Ein Wermutstropfen dabei ist die Belastung für den Gemeindehaushalt. Mit knapp 60 000 Euro werden die Expertisen wohl zu Buche schlagen. Auch deshalb, weil der gute Rat, den sich die Gemeinde bei Stadt-Land-Fluss einholt, nicht ganz billig sein wird, standen Vertreter des Bamberger Büros für eine umfassende Fragerunde zur Verfügung.

Hübners Vortrag zeigte nach Auswertung historischer Hochwasserereignisse und umfangreichen Ortsbegehungen mit Vermessungen erstmals Modellannahmen zu allen betroffenen Ortsteilen auf. Grundlage waren die Ereignisse vom Juni 2016. Allein 75 Bauwerke wurden neu vermessen und sämtliche Gelände- und Gewässerpunkte wurden ergänzend zu den Daten der Gemeinde neu eingebunden. 1500 Fotos wurden vor Ort gemacht und einschlägig ausgewertet.

Schneider erklärte dann auch: "Die Gemeinde Memmelsdorf forscht und arbeitet engagiert an neuen Hochwasserschutzkonzepten für alle Ortsteile. Bereits jetzt bieten die zwei neuen großen Regenüberlaufbecken in Kremmeldorf und Meedensdorf weit mehr Schutz vor Starkregen und Hochwasser als je zuvor."

Dem Zukauf von 35 000 Quadratmetern Retentionsfläche in Merkendorf für zukünftige Schutzmaßnahmen für Drosendorf und andere Ortsteile hatte der Gemeinderat ebenfalls bereits zugestimmt.

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