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Kulmbach

Melodisch und weich

Heinrich del Core begeisterte mit seinem schwäbischen Humor die Kulmbacher. Sein Programm "Glück g'habt" kam an.
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Fesselte seine Zuhörer: Heinrich del Core. Foto: Horst Wunner
Fesselte seine Zuhörer: Heinrich del Core. Foto: Horst Wunner

Schwäbischer Humor ist besonders, ganz anders als der fränkische. Melodischer, weicher, fast ein bisschen alemannisch. Wenn man ihn in zwei Stunden so rüberbringt wie der Schwabe Heinrich del Core aus Rottweil südlich von Stuttgart, dann mögen ihn auch die aus dem Norden Bayerns.

Etwa 150 Besucher ließen sich im Veranstaltungssaal der Museen auf dem Mönchshof-Gelände mitnehmen auf eine Reise voller ungewöhnlicher Erlebnisse, die, so der Kabarettist, alle auf wahren Begebenheiten beruhten. Vielleicht liegt darin der Erfolg dieses Mannes, weil sie so authentisch und anschaulich erzählt werden, in spannender Folge, untermalt mit köstlichen Bonmots und erstaunlicher Beobachtungsgabe.

Sein Motto "Glück g'habt" widerspiegelt sich in all den Geschichten aus dem wahren Leben, man folgt ihnen gebannt und erkennt sogar in manchen das eigene Ich. Das Publikum amüsierte sich köstlich, immer wieder Zwischenbeifall und herzliches Lachen.

Er band eine Schleife aus Lautmalerei und drei Artikeln in einem Satz, das "Woischt" (Weißt) kommt wie Gesang daher, was unter der Gürtellinie liegt, klingt nie derb oder sexistisch. Beispiel: Der Schniedel, das Geschlechtsteil des Schwaben, das als liebenswertes Organ eine Gesprächsrunde macht. Wenn del Core von der schwäbischen Klangschale in der Sauna spricht, in der man sich "sau-na(h)" kommt, oder vom Lauch und Porree im Einkaufsmarkt, dann spürt der Zuhörer stets etwas Hintergründiges und auch Ehrliches.

Dann - wie ein Krimi - der Familienurlaub in Mexiko, bei dem ein Einbrecher für Unruhe sorgt, der, vom Sohn in den Schwitzkasten genommen, "Please, call the police" röchelt.

Heinrich del Core, der einen italienischen Vater hat, kennt sich aber auch mit Up-Sticks und dem Smartphone aus, lässt da schon mal von unterwegs die Rollos daheim bei sich hochgehen, zur Freude der Gattin ...

"Luigi, geh' jetzt runter"

Oder er hört mit der neuen Technik über den Bewegungsmelder, wie seine Liebste im ehelichen Schlafzimmer sagt, "Luigi, geh' jetzt runter" und er sich gleich beruhigt, "weil das mein Kater ist und der ist kastriert". Man glaubt es ihm einfach.

Oder die nette Story auf der B 14 nahe Stuttgart, als ein Polizist von ihm ein Autogramm will und es bekommt. Dann aber wegen zu schnellen Fahrens 15 Euro verlangt und die Antwort hört, das Autogramm koste aber auch 15 Euro. Eben "Glück g'habt".

Treffend karikiert mit loriot'scher Wortspielerei das Gespräch eines älteren Ehepaares im Sechserabteil eines ICE mit der Frage "Sind wir nicht alle ein bisschen Loriot?", der Marathonlauf in Berlin aus der Sicht des Neulings und die Darmspiegelung zum "Einführungspreis". Ein selbst verfasstes Gedicht über das Glück rundet das Ganze ab, die Zugabe befasst sich mit dem Bekämpfen des Schnarchens: in Form von Pillen, Schnullern und Ringen. Die gibt es im Paket sogar zum Kaufen. Eine clevere Idee.

Der liebenswerte und publikumsnahe Schwabe wird mit langanhaltendem Schlussapplaus verabschiedet. Er will wieder nach Kulmbach kommen: "Die Premiere hier hat Spaß gemacht."