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Kronach
Erfahrungsbericht von Sandra Hackenberg

Meine WG spart Strom: ein Experiment, das zum Scheitern verurteilt ist

Was macht eine Neun-Personen-Wohngemeinschaft, bei der jeder Mitbewohner monatlich eine All-Inclusive-Miete an den Vermieter abdrückt? Richtig: Sie lässt es stromtechnisch so richtig krachen. Fernsehe...
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Was macht eine Neun-Personen-Wohngemeinschaft, bei der jeder Mitbewohner monatlich eine All-Inclusive-Miete an den Vermieter abdrückt? Richtig: Sie lässt es stromtechnisch so richtig krachen.

Fernseher in jedem Zimmer, die 24 Stunden am Tag auf standby laufen. Die Handyladekabel, die - immer bereit zum Aufladen - serienmäßig mit den Steckdosen verschmolzen zu sein scheinen. Und natürlich die Laptops, die - trotz eingebauten Akkus - dauerhaft mit einer Stromquelle verbunden sein müssen. Es könnte ja sein, dass der Kraftspeicher urplötzlich den Geist aufgibt. Dann wäre da noch die Dauerbeleuchtung, die auch nachts unseren Flur erhellt. Undenkbar, wenn jemand zu später Stunde auf die Toilette müsste, den Lichtschalter nicht findet und sich in der Dunkelheit den kleinen Zeh stößt.

Zugegeben: Meine WG ist ein Paradebeispiel für Stromverschwendung. Doch wer jetzt schimpft, bei uns gehe es ja zu wie in einem hell erleuchteten Fußballstadion, dem soll gesagt sein: An vielem ist auch unser - hoch geschätzter - Vermieter schuld. Seit Monaten weisen wir ihn darauf hin, dass der Bewegungsmelder im Flur falsch eingestellt ist und das Licht darum dauerhaft brennt. Auch unserem lang gehegten Wunsch nach einem Geschirrspüler ist der gute Mann bislang nicht nachgekommen. Also spült jeder sein Geschirr einzeln in der Spüle - inklusive Warteschlange am Waschbecken und eklatantem Energieverbrauch.

Aber es stimmt schon: Auch wir können etwas an unserem Verhalten ändern. Dass Waschmaschine und Trockner in einem Neun-Personen-Haushalt gefühlt den ganzen Tag im Dauerbetrieb laufen, liegt in der Natur der Sache. Damit aber nicht jeder einzeln die Waschtrommel für seine fünf Paar Strümpfe und drei Pullis anschmeißt, haben wir angefangen, unsere Kleidung gemeinsam zu waschen. Nach etwa zwei Wochen erklärten wir das Experiment jedoch für gescheitert, nachdem wir regelmäßig unsere Unterwäsche oder die zweite Socke im Wäschekorb der anderen zusammen suchen mussten.

Der nächste Versuch bestand darin, die fingerdicke Eisschicht in den Gefrierfächern unserer vier (!) Kühlschränke abzutauen. Das erweist sich jedoch als schwierig, wenn diese stets randvoll mit diverser Tiefkühlkost sind. Zumindest legen wir nun alle drei Monate gemeinsam einen Termin zum Abtauen fest - schon an sich ein schwieriges Unterfangen.

Auch wenn manches Experiment gescheitert ist: Wir haben gelernt, dass eine Strom-Flatrate nicht bedeutet, dass Strom sinnlos verschwendet werden muss. Seitdem achtet jeder ein bisschen mehr darauf, welche Geräte wirklich dauerhaft laufen müssen und welche nicht - oder versucht es zumindest...

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