Zeil am Main

Meilensteine der Musikgeschichte

Von Bach, Händel, Beethoven und Schubert kommt die Musik beim Open-Air am 22. Juli.
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Oliver Kunkel (Vordergrund) kommt mit dem Maintal-Sinfonieorchester, Chorschülern und Solisten des Mainfranken-Theaters am Sonntag, 22. Juli, zum Open-Air am Stadtturm in Zeil.  Foto: privat
Oliver Kunkel (Vordergrund) kommt mit dem Maintal-Sinfonieorchester, Chorschülern und Solisten des Mainfranken-Theaters am Sonntag, 22. Juli, zum Open-Air am Stadtturm in Zeil. Foto: privat
Das Open-Air im Park am Stadtturm steht dieses Jahr ganz im Zeichen der 1000-Jahr-Feier. Oliver Kunkel präsentiert mit dem Maintal-Sinfonieorchester, 160 seiner Chorschüler und Solisten des Mainfranken-Theaters Würzburg ein buntes Programm unter dem Titel "Millenium Musicale". Am Sonntag, 22. Juli, erklingen mit aufwendiger Lichttechnik und Projektionen Meilensteine der Musikgeschichte wie Händels Halleluja oder Beethovens 3. Klavierkonzert.
1000 Jahre - wie hat sich das Menschsein, die Kultur in dieser Zeit entwickelt und wie wird das in Musik spürbar? Mittelalterliche Klänge lassen den Abend beginnen, Kompositionen von Abiturienten verbinden die Originalstücke. Mit unterhaltsamer Eleganz und souveränem Witz lässt der Mensch der ersten großen Aufklärung der christlichen Welt Tierstimmen miteinander kunstvoll interagieren, bevor die Heimsuchungen des 16. und 17. Jahrhunderts den Europäer wieder ganz klein werden lassen - klein vor Gott und Kirche, die allein Rettung verheißen.


"Halleluja" bringt die Rettung

Da schafft Johann Seb. Bach die größten Leistungen menschlicher Intelligenz und Kreativität in seiner H-moll-Messe, aus der das Duett "Domine Deus" der Vollkommenheit von hervorragenden Solisten - allen voran die Sopranistin Silke Evers - zu hören und von den Chorkindern choreografiert zu sehen sein wird. Vor der Pause ruft Händel im "Halleluja" die Rettung des Menschen aus, als würde Gott selbst sprechen ... ein Ruf mit 160 Kindern und Jugendlichen samt einem federnd musizierenden Orchester.
Diese Schüler wählen an Walther-Rathenau-Gymnasium und -Realschule die Chorklassen und lernen dort bei Oliver Kunkel von der Pike auf Gesangstechnik, Schauspiel und große Musik. Kunkel arbeitet mit den Kindern und den ehemaligen Chorklässlern der älteren Jahrgänge intensiv mit funktionaler Stimmbildung und starker gestischer und mimischer Beteiligung. Die Chorarbeit soll den jungen Leuten Körpergefühl, Ausdruckskraft, Selbstbewusstsein und natürlich künstlerische Kompetenzen bringen und man merkt ihnen mit jeder Faser an, wie viel Freude ihnen das macht.
Beethovens 3. Klavierkonzert führt - mit dem scheidenden Rathenau-Schüler Jareem Wilmore, bayerischer Preisträger "Jugend musiziert" am Klavier - in die Verantwortung des individualisierten 19. Jahrhunderts. Nachdenken in Tönen, als Individuum die Welt begreifen, nach Regeln leben, die allgemein gültig sein können - aus Überzeugung. Antwort auf Verrohung auch unserer Tage? Der erste Satz des Werks lässt Raum für solche Fragen.


Mahnungen zur Menschlichkeit

In Franz Schuberts "Leiermann" gerät der in die Individualität befreite Mensch in die Einsamkeit. Auch hierzu haben Abiturienten Erweiterungen komponiert, die unsere Musiksprache und die vielen Chorkinder wie das Sinfonieorchester in das Klavierlied einbeziehen.
Unzählige Male hat der Mensch der letzten 1000 Jahre Schuld auf sich geladen, und daraus lernen müssen - tat er das wirklich? Die apokalyptische Unmenschlichkeit des Dritten Reiches verbindet der britische Komponist Michael Tippett mit den klagenden Spirituals der afroamerikanischen Sklaven. Die Chorkinder singen sie mit Solisten, Orchester und Choreografie - Mahnungen zur Menschlichkeit. Und am Ende steht die bezaubernde Vision von Freiheit und Liebe - Filmmusik aus "Die Kinder des Monsieur Mathieu".
Schließlich darf die neue Zeiler Hymne nicht im Programm fehlen - die Kinder singen sie zwar nicht zu tausend, aber 160 und in sinfonischer Begleitung.
Karten gibt es im Vorverkauf bei Post-Lotto in der Gröbera Zeil. red


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