Neudrossenfeld

Mehrheit für große Lösung

Bei der Neugestaltung des Ortskerns setzt Neudrossenfeld auf ein städtebauliches Entwicklungskonzept.
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Das Pflaster - im Bild die Kulmbacher Straße - beschäftigt den Gemeinderat seit langem.  Foto: Archiv/Reißaus
Das Pflaster - im Bild die Kulmbacher Straße - beschäftigt den Gemeinderat seit langem. Foto: Archiv/Reißaus

Der Neudrossenfelder Ortskern hat die Gemüter der Gemeinderäte schon oft in Wallung gebracht - auch bei der jüngsten Sitzung. Immer wieder sorgen das Pflaster, die Parksituation und der geplante ökologische Parkplatz für Diskussionen. Doch jetzt galt es, die Weichen zu stellen, ob einfach ein Tiefbauunternehmen mit der Planung des Pflasteraustausches beauftragt werden oder ob ein großangelegtes Gesamtkonzept angestrengt werden soll.

Bürgermeister Harald Hübner (CSU) erklärte in der jüngsten Sitzung, dass Städtebauförderungsmittel für das Jahr 2019 bewilligt wurden. Er regte an, eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Pflasters in Auftrag zu geben. Denn allein mit einem Austausch des Pflasters sei es nicht getan. Das gesamte Areal zwischen der Kulmbacher Straße (Abzweigung Neuenreuther Straße) über den Schlossplatz bis hin zum Ende der Ledergasse solle neu konzipiert werden.

Die Regierung von Oberfranken würde Hübner zufolge die Einbeziehung der Bürger, der betroffenen Gastronomen, Ärzte und Gewerbetreibenden in die Planung begrüßen. Im Rahmen eines sogenannten Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes - kurz ISEK - sollen Workshops und Erläuterungstermine stattfinden. Immerhin geht es bei den Maßnahmen um ein Volumen von zwei bis drei Millionen Euro. Das gesamte Areal, das neu gestaltet werden soll, ist immerhin 20 000 Quadratmeter groß. Wie er deutlich machte, soll mit dem Austausch des Pflasters baldmöglichst begonnen werden.

"Ein großer Vorteil des ISEK besteht zudem darin, dass sogenannte Bund-Länder-Förderprogramme in Anspruch genommen werden könnten", sagte Hübner. Verwaltungsleiter Christopher Schröder wies darauf hin, dass die bayerischen Städtebaufördermittel in ihrer Höhe begrenzt seien und dass eine so große Maßnahme nicht auf einmal förderfähig sei. Deshalb könnten Mittel aus anderen Fördertöpfen Hilfe leisten.

Studie kostet 30 000 Euro

Franz Klatt (SPD) befürchtete, dass ein solches ISEK eine langwierige Angelegenheit werden könnte. Hübner indes betonte, dass er sich ein ISEK mit vorgezogenem Baubeginn vorstellen könnte. Dann würde das gesamte Areal geplant, der Austausch des Pflasters könne aber dennoch zügig vorgenommen werden. Insgesamt koste solch eine Machbarkeitsstudie rund 30 000 Euro.

"Wir haben schon zwei Jahre verschlafen. Ich befürchte, dass ich die Realisierung, wenn wir ein ISEK machen und ein Großprojekt draus machen, nicht mehr erlebe", wandte Peter Rösch (FW) ein. "Ich schlage vor, dass der Landkreis - wie er es bereits signalisiert hat - die Asphaltierung übernimmt und wir für die farbliche Gestaltung aufkommen. Damit haben wir nur einen Bruchteil der Kosten, und wir können die verheerenden Zustände schnell beseitigen", meinte er und fügte hinzu: "Mir geht es um die Mütter mit den Kinderwagen, die nicht laufen können, um Fußgänger, um die Radfahrer, die stürzen."

Michaela Schirmer (SPD) konnte sich mit einem Gesamtkonzept anfreunden. "Ich bin nicht dafür, dass wir jetzt die Straße rausnehmen. Die Straße ist nicht unser einziges Problem - wir sollten lieber noch ein bisschen warten."

"Es ist absolut richtig, ein Gesamtkonzept zu machen. Wenn die Kosten für die Machbarkeitsstudie im Rahmen sind, sollten wir die machen - wenn die Regierung das schon so vorschlägt", sagte Georg Waldmann (CSU). Mit einer Gegenstimme entschied man sich schließlich für eine Machbarkeitsstudie mit dem Schwerpunkt städtebauliche Entwicklung.

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