Kulmbach
kulmbach.inFranken.de  Der Verband für landwirtschaftliche Fortbildung war unterwegs.

Mehrere gelungene Beispiele studiert

Ziel der diesjährigen Lehrfahrt des Verbandes für landwirtschaftliche Fortbildung Kulmbach/Kronach waren mit 44 Teilnehmern das Elsass und der nördliche Schwarzwald. Neben interessanten fachlichen Ein...
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Die Kulmbach-Kronacher Reisegruppe besuchte das Europäische Parlament in Straßburg. Mit im Bild VlF-Vorsitzender Reinhard Kortschack (vorne rechts) und der frühere leitende landwirtschaftliche Direktor Günter Hampel (Dritter von rechts), der die Reise wieder perfekt plante und auch abwickelte. Foto: privat
Die Kulmbach-Kronacher Reisegruppe besuchte das Europäische Parlament in Straßburg. Mit im Bild VlF-Vorsitzender Reinhard Kortschack (vorne rechts) und der frühere leitende landwirtschaftliche Direktor Günter Hampel (Dritter von rechts), der die Reise wieder perfekt plante und auch abwickelte. Foto: privat

Ziel der diesjährigen Lehrfahrt des Verbandes für landwirtschaftliche Fortbildung Kulmbach/Kronach waren mit 44 Teilnehmern das Elsass und der nördliche Schwarzwald. Neben interessanten fachlichen Eindrücken bot die Reise auch eine Reihe eindrucksvoller touristischer Sehenswürdigkeiten.

Besichtigt wurden aber auch mehrere landwirtschaftliche Betriebe, die sich zum Teil unter ungünstigen Standortbedingungen oder aus kleinen Anfängen heraus mit Hilfe der Direktvermarktung in Kooperation mit anderen Landwirten zu stattlichen Unternehmen mit beachtlicher Wertschöpfung entwickelt haben. Besucht wurde unter anderem ein großer Rindermastbetrieb auf der Hohenloher Ebene, der einen Teil seiner erzeugten Tiere als "Ochs am Spieß" im Rahmen von Hoffesten, Betriebsausflügen, Jubiläen und ähnlichen Veranstaltungen einer eigenen großen Festhalle vermarktet.

Ferner wird eine Biogasanlage betrieben und mit der Abwärme das halbe Dorf versorgt. Außerdem verfügt der Betrieb über umfangreiche Rebflächen. Der Wein wird an Endverbraucher abgegeben. Weiter wurde ein Obst- und Gemüsebaubetrieb in der Nähe von Baden-Baden besucht, der unter Glas und im Freiland in großem Umfang Tomaten, Paprika, Gurken und Auberginen in allen möglichen Formen und Farben erzeugt und zusammen mit küchenfertig portioniertem Rind- und Schweinefleisch eines Partnerbetriebs, in diesem Fall dem des Schwagers, im großflächigen Hofladen, dem ein Café angegliedert ist, vermarktet.

Obwohl auf dem "flachen" Land gelegen, werden Hofladen und Café nicht nur an Wochenenden gut besucht. Hoch in den Vogesen auf rund 1200 Metern Höhe besuchte die Gruppe einen Bergbauernhof, einen Milchviehbetrieb mit Hofkäserei, Gastwirtschaft und Ferienwohnungen. Zur Milcherzeugung im Rahmen der Direktvermarktung dient eine Herde von Vogesenrindern, einer alten, vom Aussterben bedrohten Lokalrasse. Eindrucksvoll war letztlich die Besichtigung eines Betriebs im Hochschwarzwald, der trotz ungünstiger Standortbedingungen zu einem erfolgreichen Unternehmen entwickelt wurde. Der prächtige, gegendtypische Schwarzwaldhof, weit abgelegen und rundum von steilen Bergwiesen und dichten Wäldern umgeben, bietet urig eingerichtete Ferienwohnungen, nutzt die Hangweiden mit Rindern der Rasse Limousin, produziert Christbäume, betreibt eine Biogasanlage, eine Schnapsbrennerei sowie eine hofeigene Bäckerei. Rindfleisch, Brot und Spirituosen werden in einem 20 Kilometer entfernten, an der Autobahn gelegenen Bauernmarkt vermarktet.

Auch touristisch wurde auf der Reise einiges geboten. Von der Rheinebene aus ging es auf der Vogesenkammstraße mit herrlichem Ausblick zum Hartmannswillerkopf. Dort wurde die Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg rund 30 000 gefallenen Soldaten besucht. Einen Höhepunkt der Reise bildete die Führung durch die Altstadt von Straßburg und der Besuch des Europäischen Parlaments.

Ferner wurden die prächtig restaurierte Altstadt von Colmar sowie das historische Zentrum Freiburgs besucht. Letztlich gab es noch einen Abstecher zum Feldberg und einen längeren Aufenthalt am wunderschön gelegenen Titisee. Werner Reißaus

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