Wilhelmsthal

Mehr Wohnraum soll entstehen

Auf dem Weg zur "Modellgemeinde" hat Wilhelmsthal viel Arbeit vor sich. Vor allem muss der Einwohnerrückgang gestoppt werden.
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Wilhelmsthal — Wilhelmsthal wird sich offiziell um den Titel "Modellgemeinde" bewerben. Diesen Entschluss fasste der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung. Rainer Kober von Kronach Creativ, der dieses Projekt maßgeblich initiierte: "Dem dürfte von unser Seite aus nichts entgegenstehen." Was das genau bedeutet und wie Rainer Kober und sein Team dabei vorgehen werden, beschrieb er in seinem Vortrag vor dem Gremium.

"Modellgemeinde bedeutet vor allem, stark zu sein in seiner Entwicklung. Es ist ein Kommunalkonzept mit Managementkapazitäten." Dabei sollen Schwächen erkannt und Stärken gefördert werden. Rainer Kober, der mit seinem Know-how als Geschäftsmann weiß, wie man etwas erfolgreich managt, wird künftig sehr eng mit der Gemeinde Wilhelmsthal zusammenarbeiten. "Das Projekt gibt es seit drei Jahren und beschäftigt sich mit nachhaltiger Gemeindeentwicklung. Stockheim, Steinwiesen und Steinbach am Wald profitieren bereits davon."

Dem Entschluss vorangegangen war eine "gnadenlose Analyse" der Gemeindeentwicklung. Die Zahlen, die Rainer Kober in den Raum stellte, zeigten deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht. "Die Entwicklung in Wilhelmsthal kann man nicht beschönigen".

Geburten und Zuzüge könnten Wegzug oder Tod nicht ausgleichen und die Tendenz bezüglich der Einwohnerzahlen sei weiterhin rückläufig, so seine Prognose. Auf eine "schwarze Null" käme man allerdings dann, "wenn sich der Wegzug um 50 Prozent verringert und der Zuzug um 50 Prozent erhöht."

Wenige Arbeitsplätze

Das könne ja eigentlich nicht so schwer sein, sinnierte Kober, der gleich darauf die Arbeitsplatzsituation in Wilhelmsthal beschreibt: "Es gibt hier, gemessen an 1000 Personen 164 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Durchschnitt im Landkreis Kronach liegt aber bei 549." Diese Zahlen mussten die Gemeinderäte erst einmal verdauen. Überhaupt war es während Rainer Kobers Vortrag auffallend still im Sitzungssaal. "Wilhelmsthal hat sehr viele Ortsteile, jeder kocht seine eigene Suppe, und es ist gar nicht so einfach, alle zusammenzubringen. Daran werden wir arbeiten müssen."

Die Essenz, die sich am Ende kristallisierte: "Wir müssen geeigneten Wohnraum schaffen. Kleine, bezahlbare Wohnungen für junge Familien, die entweder zu Hause, oder auch in der Kreisstadt Kronach arbeiten. Der Vorteil in Wilhelmsthal ist die Nähe zur Kreisstadt."

Auch Bürger sind gefordert

Schultern könne man solche Projekte aber nicht alleine, das wusste auch Rainer Kober. "Erst einmal müssen Sie und Ihre Bürger das selbst wollen. Wir können ja nur etwas anschieben und zum Laufen bringen."

Sein Ansatz bei limitierter Finanz- und Personalkraft: "Veränderung braucht Energie und diese dritte Kraft heißt: Bürger. Dafür ist eine Zielsetzung wichtig, alle müssen sich damit identifizieren."

Oder wie Geschäftsleiter Mario Kotschenreuther es nannte: "Man muss die Arche zum Schwimmen bringen." Und man müsse sich auf diese Themenfelder konzentrieren, bestätigte auch Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD).

Einig waren sich alle Gemeinderäte: Das Projekt müsse langfristig angelegt werden, Wohnraum soll entstehen und alle müssten sich damit auch mit den Maßnahmen identifizieren können.

In der Sitzung wurde weiter auch die kommunale Strombeschaffung, beziehungsweise Glasfasererschließung, abgehandelt. Die Räte stimmten dem Angebot des Ingenieurbüros Reuther NetConsulting zur Planungs- und Beratungsleistung "FTTB Mitverlegung Hesselbach" in Höhe von rund 4700 Euro zu. Susanne Grebner: "Durch das Ingenieurbüros wurde bereits ein Masterplan zum Glasfaserausbau im Gemeindegebiet Wilhelmsthal erstellt. Dieser soll auch dazu dienen, Synergieeffekte bei Straßenbaumaßnahmen zu nutzen und die Glasfaserkabel mit zu verlegen."

Drei Angebote gab es für die Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges für die Roßlacher Feuerwehr. Hier hatte der Gemeinderat einen Zuwendungsantrag bei der Regierung von Oberfranken eingereicht und eine Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erhalten.

Im Rahmen der Projektförderung wurde eine Zuwendung in Höhe von 26 620 Euro in Aussicht gestellt. Vergeben wurde der Auftrag an den günstigsten Bieter für insgesamt 63 064 Euro.

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