Lichtenfels

Mehr Sicherheit für Lichtenfels

Kommt der Sommer, kommen die großen Feste in der Lichtenfelser Innenstadt. Um die Bürger vor Anschlägen zu schützen, hat die Stadt ihr Sicherheitskonzept erweitert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Durchfahrt durch das Untere Tor wird unter anderem gesichert werden. Fotos: Niklas Schmitt
Die Durchfahrt durch das Untere Tor wird unter anderem gesichert werden. Fotos: Niklas Schmitt
+1 Bild

Niklas Schmitt Die Bilder haben viele noch im Kopf: jene vom Anschlag auf dem Breitscheidplatz 2016 oder aus Nizza aus dem gleichen Jahr. Damit so etwas nicht in Lichtenfels passieren kann, hat die Stadt ihr Sicherheitskonzept um sogenannte Truckstopper erweitert. Das heißt, in Zukunft werden 15 solcher Hindernisse zu Großveranstaltungen die Zufahrtsstraßen zum Marktplatz versperren. Damit wird es Attentätern unmöglich sein, mit Autos oder Lkw ungebremst in eine große Menschenmenge zu fahren.

Korbmarkt ist Zielrichtung

Gleich nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin trafen sich die zuständigen Ämter der Stadt Lichtenfels, um unmittelbar entsprechende Maßnahmen zu treffen Anpassung und die weitere Anpassung des Sicherheitskonzeptes zu besprechen. Ab diesem Sommer werden die Barrieren in drei Schritten eingebaut werden. "Der Korbmarkt ist die Zielrichtung", sagt Peter Zillig vom Amt für Sicherheit. Denn das ist das besucherstärkste Fest im Jahr. An die 150 000 Besucher strömen jedes Jahr im September in die Lichtenfelser Innenstadt.

Auch wenn keine konkrete Gefahr bestehe, so Zillig, "die abstrakte Gefahr ist da." Dagegen will die Stadt mit den Truckstoppern vorgehen. Denn die Sicherheit der Bürger hat oberste Priorität. Bisher wurde diese mit Durchfahrtssperren durch Feuerwehrautos gewährleistet. Allerdings sei das nicht die Hauptaufgabe der Feuerwehren, so Gerhard Pülz vom Bauamt.

Personalaufwand und Kosten

Die etwa sieben Personen an den Wagen seien freiwillig vor Ort, teilweise bis zu zehn Stunden. Zum Schluss seien auch städtische Mitarbeiter hinzugezogen worden. Das ist nicht nur ein erheblicher personeller Aufwand, sondern die 70 Arbeitsstunden, die dadurch zu einer Großveranstaltung anfallen, ziehen auch erhebliche Kosten nach sich. "Der Personalaufwand ist hoch. Ständig muss jemand vor Ort sein", fasst Uwe Reinhardt, Brandschutzbeauftragter der Stadt, die bisherige Situation zusammen.

Mit den Barrierepfeilern, die bald eingebaut werden, wird sich das ändern. Die insgesamt 15 Truckstopper werden im ersten Schritt von einer Baufirma eingebaut. Dafür muss ein betoniertes Fundament in die Straße eingelassen werden.

Dahinein kann dann der tonnenschwere Truckstopper mit Federstahlkern eingesetzt werden. Die Kosten für einen solchen belaufen sich auf durchschnittlich 3500 Euro, sagt Johannes Zeis vom Ordnungsamt. Der Einbau eines aus mehreren Truckstoppern bestehenden Sperrsystems dauert etwa einen Tag, die Kosten trägt die Stadt.

Grundsätzlich besteht zwar die Möglichkeit, im Boden versenkbare Pfosten einzubauen, allerdings sei dies in Lichtenfels nicht möglich gewesen, erklärt Gerhard Pülz. In der Nähe des Unteren Tores etwa, wo diese Barrieren auch eingebaut werden, seien viele Versorgungsleitungen und Kanäle vorhanden. So sei die geringe Einbautiefe das Entscheidende gewesen, um unter der Straße verlegene Kabel ohne weiteren Aufwand dort belassen zu können.

Das bedeutet nun, dass die 15 Pfosten zu jeder Großveranstaltung erneut vom Bauhof an ihre jeweilige Stelle eingelassen werden. Dies geschehe, so Pülz, in enger Abstimmung mit den Händlern und Geschäften, damit der Lieferverkehr nicht beeinträchtigt wird. Geklärt würde aber auch, wie die Rettungskräfte mit den neuen Hindernissen umgehen können. Dazu finde eine Unterweisung statt, sagt Reinhardt.

Rettung jederzeit gewährleistet

"Wir haben noch Zufahrten", nimmt er die Frage vorweg, wie denn im Brand- oder einem anderen Notfall vorzugehen sei. Die noch offenen Zufahrtswege werden aber ebenso wie die genaue Position der Truckstopper nicht verraten, um niemandem die Möglichkeit zu geben, sich darauf einzustellen.

Jedoch sei sicher: "Eine Rettung ist jederzeit gewährleistet." Feststehen die ungefähren Standorte am Unteren sowie Oberen Tor, direkt am Marktplatz, in der Coburger Straße sowie in der Badgasse.

Bei der Planung wurde ebenso das Landratsamt wie auch die Polizei mit einbezogen. "Den Weg haben wir unterstützend und beratend begleitet", sagt Erich Günther, Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels. Zuständig sei die Polizei aber erst, wenn konkrete Gefahren bestünden. Generell seien die jeweiligen Veranstalter für ein konkretes Sicherheitskonzept zuständig. Mit den Veränderungen werde die Innenstadt sicherer, sagt Brandschutzbeauftragter Reinhardt, betont aber auch: "Es ist immer die Aufgabe, weiter zu optimieren."

Der Prozess geht weiter. Pülz betont, wichtig sei, dass die Bevölkerung informiert sei, dass Sicherheit und Rettung jederzeit gewährleistet sind: "Das ist das wichtige Signal."

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren