Ramsthal

Mehr Schwung für das Saalestück

Die Gruppierung "Frankens Saalestück" soll ein Zweckverband werden. Trotz höherer Kosten und einiger Kritik an den bisherigen Aktivitäten will der Gemeinderat Ramsthal dem neuen Konstrukt beitreten.
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Der Marketingverbund "Frankens Saalestück" soll neuen Schwung bekommen. Foto: Andreas Lomb
Der Marketingverbund "Frankens Saalestück" soll neuen Schwung bekommen. Foto: Andreas Lomb

Ramsthal  —  Einmal mehr beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Mitgliedschaft in der Gruppierung "Frankens Saalestück", die seit zehn Jahren besteht. In einer Versammlung mit den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden war ein Konzept vorgestellt worden, dass der Gemeinschaft neue Impulse geben soll und mit dem man zu Beginn des nächsten Jahres in neuer rechtlicher Konstellation, als Zweckverband, starten will. Darüber hatte der Gemeinderat zu diskutieren. Die bisherige Arbeit des Zusammenschlusses wurde kritisch reflektiert. Allerdings will sich die Gemeinde trotzdem nicht zurückziehen und baut trotz höherer Kosten auf das neue Konzept.

Voraussetzung für diesen Neustart ist die Erhöhung der personellen Ausstattung auf zwei Vollzeitkräfte und die Steigerung des Marketingbudgets. Diese Maßnahmen erfordern eine deutliche Steigerung der Beiträge der Mitglieder. Bislang zahlt Ramsthal jährlich inklusive einer Beteiligung am Vinothek-Projekt "KissVino" rund 7100 Euro. Zukünftig wären es über 18 000 Euro bei Anwendung des gleichen Umlageschlüssels. Das Gesamtbudget soll von 47 000 Euro auf 165 000 Euro steigen.

Gemeinderat Roland Herterich stellte provokant die Frage: "Was haben die bislang geleistet außer sich selbst beschäftigt." Die Vinothek in Bad Kissingen sei nur mit der Unterstützung von der Heiligenfeldgruppe realisiert worden. "Es wurde viel Papier erzeugt und hochtrabende Konzepte erstellt", meinte Herterich weiter. Ziel müsse es aber sein, mehr Gäste nach Ramsthal zu bringen. Dafür brauche man Frankens Saalestück nicht und man könne es alleine besser machen.

Bernhard Gößmann-Schmitt schilderte die Entwicklung von "Frankens Saalestück". Nach anfänglicher Euphorie sei das Ganze inzwischen versandet. Er selbst hatte am Anfang in der Gruppe mitgearbeitet. Er betonte, dass Frankens Saalestück nicht nur für die Touristen, sondern auch für die Bevölkerung da sein sollte. Die Stadt Hammelburg habe von der Mitgliedschaft profitiert. "Wir sollten beitreten, oder wir wollen keine Touristen für Ramsthal - dann können wir austreten."

Kosten noch prüfen

Edwin Metzler sprach sich auch für eine weitere Mitgliedschaft aus. Allerdings sollten die Beitragsschlüssel geprüft werden. Ramsthal zahlt als Weinbaugemeinde etwa doppelt so viel wie Euerdorf oder Sulzthal.

Ralf Baldauf meinte: "Ramsthal ist ein kleines unbekanntes Nest." Es gäbe in Ramsthal viel Menschen, die Gäste brauchen. An Bürgermeister Gündling richtete er den Vorwurf, dass dieser nicht ausreichend in den Gremien präsent sei. Ein Austritt wäre nach seiner Ansicht der größte Fehler.

Karin Schmidt führte an, dass Ramsthal nach Gründung von "Frankens Saalestück" mit sechs Personen in verschiedenen Gremien präsent gewesen sei. Heute gebe es niemanden mehr, der Ramsthaler Interessen einbringt. Nachdem sich der Bürgermeister auch für einen Verbleib ausgesprochen hatte beschloss der Gemeinderat dem neu zugründenden Zweckverband "Frankens Saalestück" beizutreten.

Unterstützung für Autokauf

Behandelt wurden in der Sitzung des Gemeinderates eine Reihe weiterer Tagesordnungspunkte. Der Ortsverband Ramsthal des Bayerischen Roten Kreuzes hatte die Gemeinde um finanzielle Unterstützung für die Anschaffung eines neuen Bereitschaftsfahrzeuges gebeten. Der Gemeinderat sagte 2000 Euro zu und wird den Betrag abhängig vom Anschaffungspreis des Fahrzeuges noch einmal aufstocken.

Roland Herterich hatte in der letzten Sitzung die Bezuschussung neuer Regenwasserzisternen durch die Gemeinde vorgeschlagen. Als Grund führte er die Entlastung der Kläranlage an. Jetzt legte er einen ausgearbeiteten Vorschlag vor. Neue Zisternen mit mindestens vier Kubikmetern Fassungsvermögen sollen durch die Gemeinde einmalig mit 250 Euro je Kubikmeter gefördert werden. Bei Einbindung in ein Hauswasserwerk sind 100 Euro je Entnahmestelle vorgesehen. Die Gemeinde soll hierfür ein jährliches Gesamtbudget von 10 000 Euro zur Verfügung stellen. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag zu, will aber noch einige Detailfragen geklärt haben.

Im Jahr 2018 wurden Haushaltsmittel in Höhe von 893 783 Euro nicht verbraucht. Diese Summe wurde durch Gemeinderatsbeschluss auf 2019 übertragen.

Nur ausbessern

Die Verbindungsstraße zu den Aussiedlern und die Aufnahme in das geförderte Kernwegenetz war Gegenstand einer lebhaften Diskussion. Bei der mit 1,4 Kilometern angedachten Strecke von der Kreisstraße beginnend bis zur Abzweigung am Bildstock würden für die Gemeinde unter Berücksichtigung des Zuschusses 250 000 Euro an eigenen Kosten anfallen. Roland Herterich schlug vor, die Maßnahme anzugehen und entsprechende Förderanträge zu stellen. Während man zunächst den Eindruck hatte, dass der Gemeinderat seinem Vorschlag folgt, gab es dann doch Einwendungen ob es nicht dringlichere Maßnahmen gebe und ob diese Baumaßnahme in den Finanzplan der nächsten Jahre passe. Regenrückhaltebecken, Kläranlagenanschluss und Kindergartenneubau würden die Gemeinde schon erheblich fordern. Nun will man zunächst einige besonders schadhafte Stellen der Strecke ausbessern.

Ramsthal wird tangiert

Zum Abschluss stellt der Bürgermeister den verfeinerten Korridor für die Gleichstromleitung von Tennet vor, der die Gemeinde im Bereich Altreichthal tangieren wird. Aus Sicht des Bürgermeisters ist die grundsätzliche Trassenführung beschlossene Sache. Es werde lediglich an Details gearbeitet. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde noch angeregt, sich einer Interessengemeinschaft gegen die Routenführung der Leitung anzuschließen. Inzwischen hat man sich, da es keine Rückfragen gab, offensichtlich mit dem Projekt arrangiert.

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