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Coburg

Mehr Geld, nicht mehr Partner

Im August will die Stadt die Partnerschaftsurkunde mit Toledo (Ohio, USA) unterzeichnen. Mürzzuschlag und Ehrwald waren als weitere Partnergemeinden vorgeschlagen, doch der Stadtrat zog nicht mit.
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Gelebte Städtepartnerschaft: Das Coburger Victoria-Albert-Double-Paar Lou Leimeister und Jerry Paramo beim Empfang in East Cowes zu Victorias 200. Geburtstag. Bei East Cowes liegt Osborne House. Die Queen und ihr Gemahl Prinz Albert hatten das Anwesen 1844 erworben. Rechts Bürgermeisterin Jane Rann. Foto: Simone Bastian
Gelebte Städtepartnerschaft: Das Coburger Victoria-Albert-Double-Paar Lou Leimeister und Jerry Paramo beim Empfang in East Cowes zu Victorias 200. Geburtstag. Bei East Cowes liegt Osborne House. Die Queen und ihr Gemahl Prinz Albert hatten das Anwesen 1844 erworben. Rechts Bürgermeisterin Jane Rann. Foto: Simone Bastian

Niort (Frankreich), Isle of Wight (Großbritannien), Oudenaarde (Belgien), Gais (Südtirol) und Cobourg (Ontario, Kanada): Das sind die fünf Städte und Gemeinden, zu denen Coburg mehr oder weniger intensive Partnerschaften unterhält. Mit Niort gibt es noch Schüleraustausch, die Verbindung nach Gais hält hauptsächlich der Bürgerverein Lützelbuch, aus Oudenaarde und von der Isle of Wight kommen seit einigen Jahren regelmäßig Delegationen zum Coburger Weihnachtsmarkt. Aber der Kontakt nach Cobourg ist abgerissen, zu Toledo (Ohio) wird er gerade aufgebaut. Anfang August wird eine Delegation aus Coburg in die USA reisen, um die Partnerschaftsurkunde zu unterzeichnen. Dieser Partnerschaft stimmte der Stadtrat am Donnerstag mit großer Mehrheit zu.

Auch die 2000 Euro jährlicher Zuschuss für den Städtepartnerschaftsverein waren kein Problem. Die Stadt hatte diesen Verein mit begründet; in den Anfangsjahren leistete sie direkte Verwaltungshilfe. Nun wird alles ehrenamtlich gemacht, und dafür brauche der Verein ein bisschen mehr Geld als er über seine Mitgliedsbeiträge einnimmt, argumentierte Städtepartnerschaftsbeauftragter Jürgen Heeb (WPC). "Die 2000 Euro sind gerechtfertigt und noch kein großes Geld."

Von Heeb stammte auch der Antrag, zwei weitere Partnerschaften anzugehen: Mit Mürzzuschlag in der Steiermark und mit Ehrwald in Tirol. Heeb gab damit einen Wunsch des Städtepartnerschaftsvereins weiter. Zu beiden Orten gibt es gewachsene Vereinsverbindungen. Mit Mürzzuschlag stehen die Coburger Schützen schon seit über 100 Jahren in Kontakt; im Gemeindegebiet von Ehrwald befindet sich die Coburger Hütte der hiesigen Sektion des Deutschen Alpenvereins.

"Sehr zielgruppenorientiert" seien diese Verbindungen, sagte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). Klassische Städtepartnerschaften seien dagegen mit einem gewissen Aufwand verknüpft, und der sei ja schon bei den bestehenden Partnerschaften kaum zu leisten. "Insofern sehe ich das etwas kritisch. Mir ist wichtig, dass diese Verbindungen erhalten bleiben. Aber man sollte sie zielgruppenorientiert pflegen - das wäre mein Vorschlag."

Dem folgte die Mehrheit des Stadtrats: Der Antrag auf neue Städtepartnerschaften wurde gegen die drei Stimmen aus der WPC-Fraktion abgelehnt. Befürwortet wurde der Vorschlag, die Pflege der bestehenden Kontakte zu unterstützen, bei vier Gegenstimmen von Gerhard Amend, Hans-Heinrich Ulmann (CSB), Martin Lücke (SPD) und Klaus Klumpers (ÖDP).

Gerhard Amend hatte zuvor kritisiert, dass es schon lange keine Stadtratsdelegationen mehr in die Partnerstädte gegeben habe. Auf die Isle of Wight waren im Mai vom Stadtrat nur Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) und Jürgen Heeb gereist. Dort, in East Cowes, wurde Queen Victorias 200. Geburtstag gefeiert.

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