Mehr Druck von Links

Er verspricht mehr soziale Gerechtigkeit, sie will die Armut im Land abschaffen. Der Direktkandidat der Partei Die Linke, Anton Salzbrunn, und Parteichefin Katja Kipping lassen bei der Kundgebung in Erlangen keines der großen Themen aus.
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Wilhelm Krogel (links) und Anja Ströbel (rechts) plaudern mit den parlamentarischen Staatssekretären Stefan Müller und Dorothee Bär.
Wilhelm Krogel (links) und Anja Ströbel (rechts) plaudern mit den parlamentarischen Staatssekretären Stefan Müller und Dorothee Bär.
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Anna-Lena Deuerling

"Das soziale Gewissen im Bundestag fehlt", sagt Anton Salzbrunn deutlich. Sein Ticket nach Berlin ist allerdings noch nicht gebucht. Die Chancen auf das Direktmandat sind überschaubar. Auf Landeslistenplatz 14 ist es eher unwahrscheinlich, dass er am 24. September für die Linke in den Bundestag gewählt wird. "Mehr Druck von Links für mehr soziale Gerechtigkeit" wünscht er sich trotzdem bei der Wahlkundgebung auf dem Hugenottenplatz in Erlangen. So sollen auch sozial abgehängte Gruppierungen, bei denen die Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß niedrig ist, wieder merken, dass Demokratie etwas bringe.
Den Druck von Links macht Parteichefin Katja Kipping seit zwölf Jahren in Berlin. In Erlangen wird sie gestern deutlich: "Wir finden uns nicht mit Armut ab."
Kinder- und Altersarmut seien nicht vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis der bisherigen Regierung. Der Plan der Linken: höherer Mindestlohn, Abschaffung von Hartz IV - stattdessen eine Mindestsicherung von 1050 Euro und die "solidarische Mindestrente". Dazu ein Steuerkonzept, von dem vor allem die Mittelschicht profitieren soll. Großverdiener will man zur Kasse beten. Neben viel sozialpolitischen Themen thematisiert sie auch Außenpolitisches. Am Ziel der atomaren Abrüstung werde man auch in Zukunft festhalten.


Alle Zeichen auf Rot

Vor gut hundert Besuchern steht Kipping, im roten Mantel passend zum leuchtend roten Haar - alle Zeichen auf Rot-Rot? An der SPD und der Großen Koalition lässt sie kein gutes Haar. "Die SPD ist nicht mehr als eine Variation der Union und keine Alternative mehr", sagt sie. Das entscheidende Signal dieser Wahl sei nicht, welche dieser Parteien die stärkere sei, sondern wer den dritten Platz besetzt.
Die FDP stehe für sie für soziale Kälte und Privatisierung. "Das müssen wir hinter uns lassen", so die Parteispitze der Linken bestimmt. Klare Worte findet sie auch für die AfD. Sie spricht von einer Zäsur der deutschen Geschichte, sollten Nazis in den Bundestag einziehen und macht deutlich: "Wir müssen die AfD auf Platz drei verhindern, das sind wir unserer Geschichte schuldig."
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