LKR Lichtenfels

Mehr Druck durch mehr Kontrolle

Die Polizeiinspektion Lichtenfels hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt. Ein Schwerpunkt waren erfolgreiche Ermittlungen in der Rauschgiftszene.
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Niklas Schmitt Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik stand das Thema Drogen an vorderster Stelle. Nicht nur die Maßnahmen im vergangenen Jahr waren erfolgreich, auch in Zukunft will die Polizei mehr auf Prävention und Repression setzen.

"Wir versuchen dort anzuknüpfen", sagte Hauptkommissar Jochen Haischberger: "Wir werden den Kontrolldruck weiter aufrecht erhalten."

Mehr Drogenfälle aufgedeckt

Die Zahlen von 2018 sprechen für sich. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 262 Rauschgiftdelikte aufgeklärt - 112 mehr als noch 2017.

Das heißt nun nicht, dass die Drogenkriminalität oder der Drogenmissbrauch selbst gestiegen sind. Haischberger erklärt, dies sei ein klassisches Kontrolldelikt.

"Die Lichtenfelser Bürger sind nicht schlimmer geworden", führt Hauptkommissar Jochen Haischberger aus. "Es wurden nur mehr erwischt, weil wir mehr kontrolliert haben." Fast 95 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt. Die Polizei könne mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein.

Zumal viele Delikte schwerer aufzudecken sind. "Je teurer die Droge, desto konspirativer die Treffen", sagt Haischberger. Dementsprechend war der größte Teil Fälle Delikte mit Cannabisprodukten. Von den insgesamt 1525 Gramm sichergestelltem Rauschgift waren 1038 Gramm Marihuana.

Wenige Fälle von Geflüchteten

Häufig wurde im Landkreis noch Crystal, also Amphetamine, entdeckt. 26 der Straftaten - sieben mehr als 2017 - beziehen sich auf letztere. Die Dunkelziffer bleibe aber extrem hoch.

Vielfach waren junge Leute unter den Tätern. Auch deswegen will die Polizei in diesem Jahr wieder die Prävention vorantreiben. Vor allem die Arbeit in Schulen durch Jugendkontaktbeamte solle forciert werden, so Haischberger, um die Schüler dort vor den Gefahren auch der sogenannten leichten Drogen wie Marihuana aufzuklären. Aber auch bei Veranstaltungen will die Polizei mit Info-Ständen mehr Präsenz zeigen. Ein wichtiger Pfeiler der Drogenarbeit bleibt das Programm "Unser Landkreis Lichtenfels - gemeinsam gegen Drogen".

Im Landkreis stieg die Zahl der Straftaten um 1,8 Prozent auf insgesamt 2829.

Die Aufklärungsquote liegt mit 71,6 Prozent im Verhältnis zum landesweiten Durchschnitt von etwa 67 Prozent relativ hoch, was Haischberger damit erklärt, dass man auf dem Land sein Klientel kennen würde.

Der Anteil der von nichtdeutschen Verdächtigen beträgt mit 183 nur 6,47 Prozent der gesamten Straftaten. Etwa zwei Drittel der 39 von Zuwanderern begangenen Gewaltdelikte, erläutert Haischberger, seien Taten gewesen, die von den Zuwanderern untereinander begangen wurden. Dafür sei der Anteil an Diebstählen vergleichsweise hoch. Von den insgesamt 162 Ladendiebstählen wurden 26 von Nichtdeutschen begangen.

Der Anteil der Körperverletzungen ist zum Jahr 2018 wieder deutlich gesunken. Von den 410 Delikten wurden 39 von Zuwanderern begangen. Mit 147 fanden die meisten Taten zu Hause statt, gefolgt von 90 auf öffentlichen Plätzen und 32 in gastronomischen Betrieben. In Asylunterkünften gab es 23 derartige Delikte.

Betrugsmaschen werden besser

Bemerkenswert ist der starke Rückgang von Wohnungseinbrüchen, die um 14 auf sieben Einbrüche gesunken sind. Rückgängig sind auch Betrugsdelikte. Allerdings schränkt Haischberger ein: "Es ist wohl leichter, im Internet zu betrügen." Die Maschen der "Callcenter-Betrüger" würden immer professioneller. Waren- und Kreditbetrügereien sind aber im Vergleich zum Vorjahr erneut um 36 Fälle auf 128 angestiegen.

Die Maschen dabei wechseln häufig. Mal ist es der "Enkeltrick", bei dem sich die Betrüger als geldbedürftiger Enkel ausgeben, mal wird ein falsches Gewinnversprechen gegeben. Als besonders perfide bezeichnet Haischberger, wenn Betrüger sich als Polizisten ausgeben. "Da müssen wir in der Prävention dranbleiben", sagt er. Allerdings telefonierten die meist aus Polen oder der Türkei agierenden Banden deutschlandweit. Auch wenn sie im Landkreis aktiv waren, liegt deren Fokus nicht hier.

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