Bad Kissingen
Arbeitsmarkt

Mehr Ausbildungsstellen als junge Leute

Die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön hat sich bis zum Ende des ersten Halbjahres fortgesetzt. Die Arbeitslosenquote blieb im Juni mit 2,9 Prozent konstant. In diesem...
Artikel drucken Artikel einbetten

Die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön hat sich bis zum Ende des ersten Halbjahres fortgesetzt. Die Arbeitslosenquote blieb im Juni mit 2,9 Prozent konstant. In diesem Monat waren 7131 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren zwei Personen mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt das Niveau der Arbeitslosigkeit allerdings höher. Damals wurden 694 arbeitslose Menschen weniger gezählt, und die Arbeitslosenquote lag bei 2,6 Prozent.

"Bei einigen Betrieben ist eine durch internationale Entwicklungen und auch durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie hervorgerufene erste Verunsicherung zu spüren. Die Arbeitslosigkeit ist anders als im Juni üblich nicht gesunken, sondern blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert. Jedoch ist der Schweinfurter Arbeitsmarkt weiterhin robust, und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hat in diesem Monat wieder spürbar angezogen", stellt Thomas Stelzer, der Leiter der Schweinfurter Agentur für Arbeit, fest.

Der Anteil der arbeitslosen Menschen mit Fluchthintergrund stieg geringfügig an. Im Juni wurden in der Region Main-Rhön 645 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Den weitaus größten Anteil bildeten dabei Menschen aus Syrien (388 Personen), gefolgt von afghanischen Staatsbürgern (94 Personen), Menschen aus dem Iran (12 Personen) sowie aus dem Irak (8 Personen). Gut 68 Prozent der Menschen dieser Personengruppe strebten eine Tätigkeit im Helferbereich an."Geflüchtete haben sich in der Regel nicht auf die Migration vorbereiten können und haben somit oft keine entsprechenden Sprachkenntnisse. Auch die im Heimatland erworbenen beruflichen Kenntnisse müssen im Hinblick auf das deutsche System eingeordnet und erweitert werden. Nur schrittweise wird sich diese Personengruppe deshalb in den Arbeitsmarkt integrieren lassen", erläutert Stelzer.

5000er-Marke durchbrochen

Der Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk durchbrach im Berichtsmonat wieder die 5000er-Marke. Mit 5058 Angeboten, einer Steigerung von 60 Stellenangeboten (1,2 Prozent) gegenüber dem Vormonat, bewegte sich der Bestand weiterhin auf sehr hohem Niveau. Grundsätzlich tragen die stabile wirtschaftliche Lage und das hohe Alter der Belegschaften in den Betrieben zur hohen Arbeitskräftenachfrage bei.

Im Juni nahmen die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 878 neue Stellenangebote entgegen. Die durchschnittliche Vakanz betrug 238 Tage. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Dauer um 36 Tage verlängert. 40 Prozent dieser Stellen waren sechs Monate oder länger

unbesetzt.

Der Countdown läuft, nur noch zwei Monate bis zum Ausbildungsstart. Rund drei Viertel der jugendlichen Bewerber sind bereits versorgt. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2018 meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit 2781 Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Das waren 5,5 Prozent (161 Jugendliche) weniger als im Vorjahreszeitraum.

Im gleichen Zeitraum wurden 4072 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Dies entsprach einem Rückgang von 0,6 Prozent (24 Stellen). Ende Juni waren 700 Bewerber noch unversorgt und 1534 Ausbildungsstellen unbesetzt. Aktuell entfallen rechnerisch auf einen noch suchenden Bewerber 2,2 freie Lehrstellen.

Die Tendenz, dass sich der Ausbildungsmarkt zugunsten der Bewerber entwickelt, setzte bereits vor sechs Jahren ein. Damals gab es erstmals mehr Ausbildungsplatzangebote als Bewerber im Agenturbezirk. Inzwischen müssen Ausbildungsbetriebe ihre Attraktivität als Arbeitgeber herausstellen, damit sich Jugendliche für den Betrieb interessieren. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren