LKR Coburg

Mehr Ärzte, als es die Statistik sieht

Berichte über eine besonders schlechte medizinische Versorgung im Landkreis relativiert der Landrat - die Stadt ist außen vor.
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Die Statistik zeichnet ein verzerrtes Bild der medizinischen Versorgung im Coburger Land, sagt Landrat Sebastian Straubel. Foto: CT-Archiv
Die Statistik zeichnet ein verzerrtes Bild der medizinischen Versorgung im Coburger Land, sagt Landrat Sebastian Straubel. Foto: CT-Archiv

Die deutsche Presseagentur (dpa) hat einen Blick ins Bundesarztregister geworfen und unter anderem festgestellt, dass der Landkreis Coburg zu den Gebieten mit der schlechtesten medizinischen Versorgung in ganz Deutschland zählt (Seite 3). Dazu nimmt Landrat Sebastian Straubel (CSU) Stellung und relativiert die Zahlen.

"Was bei den Meldungen und den darin gezogenen Vergleichen außer Acht gelassen wurde ist, dass Landkreis und Stadt Coburg eine gemeinsame Region bilden - insbesondere in der gesundheitlichen Versorgung", gibt Sebastian Straubel zu bedenken. Die im Landkreis niedergelassenen Ärzte sind vor allem Hausärzte. Die Fachärzte haben ihre Praxen überwiegend im Stadtgebiet und werden auch von den Landkreisbürgern aufgesucht. "Wenn man rein auf die hausärztliche Versorgung blickt, stehen wir sogar besser da als alle vergleichbaren Nachbarregionen", so Landrat Straubel.

Seiner Ansicht nach, hinken die Aussagen auch an anderer Stelle, nämlich bezogen auf die vorhandene Ärzteschaft insgesamt. "Die Zahl der niedergelassenen Ärzte gibt nur noch einen sehr groben Anhaltspunkt, um über die tatsächliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger Aufschluss zu erhalten", sagt Straubel. Die Zahl der angestellten Ärzte müsse nämlich dazugerechnet werden, wenn man wirkliche Aussagen zur Versorgung machen will.

Dennoch bestreitet der Landrat Handlungsbedarf nicht: "Es ist uns sehr bewusst, dass es für die Bürgerinnen und Bürger nicht immer leicht ist, gleich einen Hausarzt zu finden und dass uns ein paar mehr Ärzte in der Region sehr gut tun würden. Das würde vor allem auch die Situation in den Praxen unserer bestehenden Ärzteschaft entspannen." Gemeinsam mit den Ärzten werde bereits seit 2011 daran gearbeitet, die Zukunft der ärztlichen Versorgung zu planen. Ein Ergebnis daraus ist das seit 2014 laufende Stipendiatenprogramm für Allgemeinmediziner mit aktuell elf Studierenden, die nach ihrem Studium im Landkreis Coburg als Hausarzt tätig werden. Bis zu fünf Stipendien pro Jahr werden vom Kreis vergeben und die ersten Stipendiaten stehen kurz vor ihrer fachärztlichen Weiterbildung, die sie bereits in Coburg absolvieren werden.

Seit 2015 haben sich Stadt und Landkreis Coburg zur Gesundheitsregion-plus zusammengeschlossen. Die Unterstützung von Ärztehäusern und Gemeinschaftspraxen als Zukunftsmodell steht dabei ebenso im Fokus wie die Schaffung guter Rahmenbedingungen für die Niederlassung. Mittlerweile studieren deutlich mehr Frauen als Männer Medizin. "Es gilt also auch, für gute Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen", so Straubel, der auf eine Imagekampagne zur Anwerbung von Ärzten hinweist. Sie sei bereits fertiggestellt und stehe kurz vor der Veröffentlichung. Damit soll deutschlandweit für die Region Coburg geworben werden. rlu

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