Marktschorgast
Feldgeschworene

Marktschorgaster markieren ihre Gemeindegrenzen neu

So eine Grenzbegehung ist nicht nur informativ, sondern auch erlebnisreich. Schließlich beschäftigen sich die Menschen nachweislich seit über 3000 Jahren mit Grenzen und deren Kennzeichnung. Bei Übers...
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Feldgeschworener Ulrich Reinhardt markiert die Grenze zur Gemeinde Wirsberg. Foto: Bruno Preißinger
Feldgeschworener Ulrich Reinhardt markiert die Grenze zur Gemeinde Wirsberg. Foto: Bruno Preißinger

So eine Grenzbegehung ist nicht nur informativ, sondern auch erlebnisreich. Schließlich beschäftigen sich die Menschen nachweislich seit über 3000 Jahren mit Grenzen und deren Kennzeichnung. Bei Überschreitungen drohten früher teilweise drakonische Strafen. Ohne Grenzen wären Rechte an Grund und Boden nicht vorstellbar.

Über 100 Höhenmeter

In Marktschorgast machten sich unlängst die Gemeinderäte Andree Barth, Brigitte Müller und Ottmar Popp sowie über 20 Bürger unter Führung von Bürgermeister Hans Tischhöfer auf den Weg, um den Grenzverlauf der Gemarkung Marktschorgast einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Mit von der Partie auf der acht Kilometer langen Tour, bei der es 100 Höhenmeter zu überwinden galt, waren natürlich die Feldgeschworenen Ulrich Reinharth und Heinrich Günther, beide auch Gemeinderatsmitglieder, und zumindest auf einer Teilstrecke der 82-jährige Obmann Richard Rupprecht.

"Bitte sammeln" missgedeutet

Eigentlich war die Einkehr im ASV-Sportheim bereits um 12.30 Uhr geplant. Die Verspätung war wohl darauf zurückzuführen, dass einige Bürger die wiederholten Appelle des Bürgermeisters - "Bitte sammeln" - wohl als "Pilze sammeln" missverstanden. Die Sammler hielten sich zumindest an die Vorgabe, nicht mehr als die erlaubte Menge zu bunkern.

Apropos Feldgeschworene: Trotz heute moderner Vermessungsmethoden kommt den "Siebenern" nach wie vor eine wichtige Mittlerfunktion zwischen Grundeigentümern und Behörden zu. Sie gehören bei Vermessungs- und Markierungsarbeiten zum Team. Bereits im 16. Jahrhundert fasste der Feldgeschworene in den Kanzleien der Behörden Fuß. Voraussetzung für die Bestellung im 19. Jahrhundert war, dass der Bewerber "nicht ein rachgieriger und unverschämter Erdenwurm" war.

Der Zahl Sieben haftet etwas Mystisches an, in ihr liegt mehr als eine numerische Bedeutung. Die Sieben hat den Menschen schon immer fasziniert. Sie galt bei den frühesten Kulturen als die heilige Zahl der Vollkommenheit. Den Babyloniern und Ägyptern bedeutete sie Ganzheit und Fülle. Die mit dem Schöpfungsbericht der Genesis verbundene siebentägige Woche der alten Israeliten ist schließlich über das Christentum für den ganzen Erdkreis bestimmend geworden. Prei.

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