Herzogenaurach

Marktplatz - das Herz der Stadt

Der Heimatverein hat in seinem Jahreskalender den Monat Januar dem zentralen Platz der Stadt gewidmet. Wo heute der Georgsbrunnen steht, erinnerte einst ein Obelisk an die Opfer zweier Kriege des 19. Jahrhunderts.
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Januar-Motiv im Jahreskalender des Heimatvereins: der Obelisk auf dem Marktplatz. Die Aufnahme ist etwa hundert Jahre alt.
Januar-Motiv im Jahreskalender des Heimatvereins: der Obelisk auf dem Marktplatz. Die Aufnahme ist etwa hundert Jahre alt.
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Er ist der zentrale Platz im Herzen der Stadt, bei Festivitäten gerne genutzt und neuerdings auch wieder in der politischen Diskussion: der Marktplatz.

Von Fachwerkhäusern eingerahmt, präsentiert sich der Platz als schmucker Treffpunkt und als ein Aushängeschild des historischen Herzogenaurach. Belebt wird er in den wärmeren Monaten auch durch die vielen Gäste, die es sich auf der Außenbestuhlung der Gastronomie bequem machen. Schmerzlich wird von vielen seit mehr als einem Jahr das Café Römmelt vermisst - viele hoffen auf eine Wiederbelebung.

Der zentrale Platz der Innenstadt war und ist auch Standort besonderer Denkmäler. Heute ziert der "Brunnengerch", die Figur des Ritters St. Georg mit dem Drachen, die nördliche Ecke des Platzes. Früher war dort ein Obelisk beheimatet. Dieser erinnerte an die Opfer der Kriege des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Der Heimatverein hat in seinem Jahreskalender für 2020 den ersten Monat Januar mit einem historischen Motiv des Herzogenauracher Marktplatzes geschmückt. Die Aufnahme ist rund hundert Jahre alt und zeigt den Obelisken. Der erinnerte damals an die Opfer der Kriege von 1866 (deutsch-österreichischer Krieg) und 1870/71 (deutsch-französischer Krieg).

Obelisk 1939 versetzt

Wie Kreisheimatpfleger Manfred Welker in einem FT-Bericht zu Allerheiligen 2009 berichtete, wurde der Obelisk auf dem Marktplatz am 6. September 1896 feierlich eingeweiht. Bezeichnet wurde er als das "dahier errichtete Kriegerdenkmal". 1905 erhielt der Obelisk eine kleine Einfriedung in Form eines niedrigen Gitters. Offensichtlich wurde der Obelisk jedoch von den Repräsentanten des Dritten Reichs eher störend für den Marktplatz empfunden, denn im Mai 1939 erfolgte der Abbau und die Neuaufstellung im Weihersbach.

Mitte 1998 fiel im Finanzausschuss des Stadtrates der Stadt Herzogenaurach der Entschluss, den Obelisken zu versetzen, da er unter dem dichten Baumbewuchs gegenüber dem ehemaligen Kurhotel Monopol zu wenig zur Geltung kam. Am 12. November 1998 wurde er auf einem Platz vor dem alten Friedhof an der Erlanger Straße durch Steinmetzmeister Hans Gast aufgestellt. Eine offizielle Feier am neuen Standort erfolgte am 22. November 1998. bp

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