Marktleugast
Visitation

Marktleugast zu einem Viertel evangelisch

Wie eine Visitation abläuft, erlebten dieser Tage die Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Stammbach-Mannsflur. Der Münchberger Dekan Erwin Lechner und die Mitglieder des Dekanatsau...
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Wie eine Visitation abläuft, erlebten dieser Tage die Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Stammbach-Mannsflur.

Der Münchberger Dekan Erwin Lechner und die Mitglieder des Dekanatsausschusses, Pfarrer Daniel Lunk aus Schwarzenbach/Saale, Ulrich Sommermann und Peter Thuy, besuchten zunächst die Bethlehemkirche Mannsflur. Ein Rundgang durch das Julius-Flierl-Seniorenheim in Marktleugast mit einem Besuch des Gottesdienstes und ein Gespräch mit Bürgermeister Franz Uome im Rathaus schlossen sich an.

"Visitationen sind ein Mittel der Kirchenleitung, Gemeinden in ihrer Besonderheit wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern. Wir kommen mit offenen Augen, um zu sehen, wie Gottes Geist bei Ihnen wirkt und wo der Schuh drückt", erläuterte Lechner den etwa 30 Gemeindemitgliedern, die zum Gedankenaustausch in die Bethlehemkirche gekommen waren.

In der Marktgemeinde Marktleugast leben 756 Menschen, die der evangelischen Kirche angehören, berichtete Pfarrerin Susanne Sahlmann. "Wir waren selbst erstaunt, dass immerhin 25 Prozent der Einwohner in der traditionell katholischen Marktgemeinde evangelisch sind."

Im Gespräch wurden Probleme nicht ausgespart. Pfarrer Hans-Jürgen Müller betonte, dass es eine Aufgabe der Kirchengemeinde sei, integrierend zu wirken, wo Konflikte die Menschen trennen.

Ein Glücksfall für Marktleugast

Obwohl Mannsflur politisch zum Landkreis Kulmbach gehört, ist man kirchlich dem Dekanat Münchberg zugeordnet. Dass die Verbindung zu Stammbach nach dem Krieg für die evangelischen Christen in Marktleugast ein Glücksfall war, betonte Wolfgang Schoberth in einem Kurzvortrag. Ohne die Unnachgiebigkeit des Stammbacher Pfarrers Klaus Diegritz gegen die Ämter wäre in der Nachkriegssiedlung Mannsflur keine evangelische Kirche gebaut worden, war der Historiker überzeugt. Dabei sei ein eigenes Gotteshaus für die evangelischen Christen, überwiegend Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten, ein existenzielles Anliegen gewesen.

Heute pflegen im Stammbacher Kirchenvorstand als Vertreter von Mannsflur Reinhard Lokies und ein eigener Mannsflur-Ausschuss den Zusammenhalt zwischen den Gemeindeteilen. Der Frauenkreis um Mesnerin Marianne Stanka und Lektorin Ursula Schmidt ist da, wenn es um Bibelstunden, Basare und den Weltgebetstag geht.

Was dem Bürgermeister wichtig sei und was er sich von der Kirche wünsche, fragte der Dekan Franz Uome im Rathaus. Information, war die spontane Antwort. Die Kooperation mit den Kirchen sei ihm ein wichtiges Anliegen. In nächster Zeit werde der Rastplatz auf dem ökumenischen Jakobsweg zwischen Hohenberg und dem Filshof eröffnet, kündigte Uome noch an. M.S.

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