Marktzeuln
Haushalt 2019

Marktgemeinde Marktgraitz ist auf dem besten Weg zur Schuldenfreiheit

Freudige Gesichter gab es bei der Sitzung des Marktgemeinderats Marktgraitz, nachdem der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Redwitz, Tobias Grünbeck, den Haushaltsplan vorgestellt hatte. Bürgermeist...
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Ein Kleinod für sich ist das Wegekreuz an der Kreuzung Rosenau in Marktgraitz, wo die Firma Müller Natursteinbearbeitung für das Erstellen der Anlage eine hohe Spende getätigt hat. Foto: Roland Dietz
Ein Kleinod für sich ist das Wegekreuz an der Kreuzung Rosenau in Marktgraitz, wo die Firma Müller Natursteinbearbeitung für das Erstellen der Anlage eine hohe Spende getätigt hat. Foto: Roland Dietz

Freudige Gesichter gab es bei der Sitzung des Marktgemeinderats Marktgraitz, nachdem der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Redwitz, Tobias Grünbeck, den Haushaltsplan vorgestellt hatte. Bürgermeister Jochen Partheymüller sprach vom "besten Haushalt, den Marktgraitz je hatte".

Sicherlich muss auch weiterhin gespart werden, um größere Projekte wie die Sanierung der Steinachtalstraße erledigen zu können. Doch das Positive überwiegt beim Zahlenwerk. Kreditaufnahmen sind in diesem Jahr keine mehr vorgesehen. Es ist der Marktgemeinde gelungen, nicht nur den Verwaltungshaushalt auszugleichen, sondern sogar mehr als die für die ordentlichen Tilgungsleistungen benötigten Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Dieser Überhang steht nun dem Vermögenshaushalt im investiven Bereich zur Verfügung. Trotzdem wurde festgelegt, dass mögliche Kreditaufnahmen von 300 000 auf 400 000 Euro erhöht werden, um die Zahlungsliquidität zu gewährleisten. Nach Meinung des Bürgermeisters sind aber noch weitere Einnahmen sicher.

Pro-Kopf-Verschuldung: 641 Euro

Der Schuldenstand der Marktgemeinde verringert sich weiter. Es wird erwartet, dass sich die Schulden zum Ende des Jahres auf 731 000 Euro reduzieren. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 641 Euro. Die Durchschnittsverschuldung der Kommunen im Landkreis Lichtenfels liegt bei 1135 Euro.

Der Gesamthaushalt 2019 beläuft sich auf 2,4 Millionen Euro. Dabei entfallen auf den Verwaltungshaushalt rund 1,99 Millionen und auf den Vermögenshaushalt 426 552 Euro. Die Schlüsselzuweisung bleibt mit 535 000 Euro fast gleich. Die Kreisumlage stellt mit fast 440 000 Euro den größten Teil der Ausgaben dar.

Der Kämmerer teilte aber auch mit, dass eine Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe von 163 168 Euro in den nächsten drei Jahren nicht mehr möglich sein werde. So müsse sich auch in Zukunft die Investitionstätigkeit zuerst auf Pflicht- und Kernaufgaben beschränken.

Bei weiterhin planmäßigen Tilgungsleistungen in den nächsten Jahren wäre die Gemeinde 2028 schuldenfrei. Dennoch sollte über weitere Einsparungsmöglichkeiten wie eine Verbesserung im Bereich Straßenbeleuchtung nachgedacht werden.

Gegen die Planung für das entstehende Baugebiet "Erlenweg West" hatte es bei der öffentlichen Auslegung mehrere Einwände gegeben. Hauptproblem war dabei die Überlegung, ein Baugebiet im Außenbereich zu schaffen, obwohl innerorts noch freie Flächen vorhanden sind.

Inzwischen wurde das Ingenieurbüro IVS Kronach beauftragt, die Einwände zu prüfen und einen neuen Plan zu erstellen. Nun wird es eine erneute öffentliche Auslegung mit den überarbeiteten Unterlagen geben. Ebenfalls werden die Träger öffentlicher Belange erneut gehört.

Zur Kenntnis genommen wurde die Neuregelung zur Umsatzsteuerpflicht der Kommunen. Danach ist jegliche privatrechtliche Tätigkeit einer Gemeinde in Zukunft umsatzsteuerpflichtig, und die bisherige Obergrenze von 35 000 Euro gibt es nicht mehr. Bürgermeister Partheymüller zeigte sich darüber sehr ungehalten: "Dann werden wir, wenn wir beim Kinderfasching Limo verkaufen, steuerrechtlich belangt." Dazu wird es am 23. September in Redwitz ab 19 Uhr im Bürgerhaus eine Informationsveranstaltung geben.

Marktleiter für Dorfladen gefunden

Zufrieden zeigte sich das Ratsgremium mit der Entwicklung der Pläne zur Eröffnung eines Dorfladens. Es wurde eine nach Auffassung von Bürgermeister Partheymüller "sehr kompetente Person" als Marktleiter gefunden. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass in nächster Zeit die Bevölkerung besser über das Vorhaben informiert werden sollte. Es handele sich ja nicht um einen einfachen Tante Emma-Laden, sondern um einen Dorfladen, der mehrere Bereiche des öffentlichen Lebens abdecken wird.

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