Burgpreppach

Markt steckt Defizit weg

Burgpreppach kann trotz finanzieller Einbrüche seine begonnenen und geplanten Großprojekte durchziehen.
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Der Umbau des Rathauses und seines Umfelds ist beschlossene Sache. Für das neue Bürgerzentrum, das hier entstehen wird, gibt es 90 Prozent Zuschuss vom Staat. Foto: Eckehard Kiesewetter
Der Umbau des Rathauses und seines Umfelds ist beschlossene Sache. Für das neue Bürgerzentrum, das hier entstehen wird, gibt es 90 Prozent Zuschuss vom Staat. Foto: Eckehard Kiesewetter

Eckehard Kiesewetter Die Großbaustelle im Gemeindeteil Hohnhausen und die Umgestaltung des Rathauses in der Kerngemeinde Burgpreppach sind die dicksten Brocken in einem stramm geschnürten Investitionspaket für das Jahr 2019. Knapp 1,5 Millionen Euro gibt die Marktgemeinde Burgpreppach heuer für ihre großen und kleinen Vorhaben aus.

Das mit rund 1,27 Millionen Euro angesetzte Projekt Bürgerhaus, wird zu 90 Prozent mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Für den Markt bleibt ein Kostenanteil von rund 200 000 Euro, wovon die Hälfte im aktuellen Haushalt auftaucht.

Rund eine halbe Million Euro werden in Hohnhausen gewissermaßen unter der Erde verschwinden. So viel ist für Wasser- und Abwasserleitungen vorgesehen. Dazu kommen rund 70 000 Euro für Brücken und für die Straßen- und Platzgestaltung im Zug der laufenden teilweisen Dorferneuerung. 200 000 Euro sind für den "Erwerb von Grundstücken und baulichen Anlagen" in den Haushalt eingestellt, laut Kämmerer Günther Metzger "ohne Bezug auf ein spezielles Objekt", laut FT-Informationen aber durchaus verbunden mit Kaufoptionen, die bereits nichtöffentlich abgesprochen wurden. Genaueres erfährt man nicht. Schweigepflicht!

Mit Platzhalter

In den Investitionsplan sind knapp 55 000 Euro für die Feuerwehr ebenso eingerechnet wie die Beteiligung der Kommune am Bau eines Radweges zwischen Ibind und der B303 Richtung Hofheim, bei dem der Landkreis als Bauträger auftreten wird. Aber auch "Platzhalter", wie 15 000 Euro für ein mögliches erstes Konzept für ein jüdisches Museum, hat der Kämmerer im Etat vermerkt. Der Leiter der der Finanzverwaltung bei der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim legte dem Marktgemeinderat bei der Sitzung am Donnerstag den Vorbericht für den Haushalt vor, der 5,2 Millionen Euro umfasst - ungefähr das Niveau des Vorjahres, wie er dem Gremium sagte. Aus seiner Sicht handle es ich um einen "ordentlichen Haushalt"; die Finanzplanung sei solide und mache auch die zum Teil bereits beschlossenen großen Maßnahmen "durchaus schulterbar und finanzierbar". Die Haushaltszahlen waren im Finanzausschuss vorberaten worden und wurden vom Ratsgremium relativ schnell durchgewunken.

Mahnung vom Banker

Einzig Helmut Schwappach (Gemeinwohl) erhob den mahnenden Zeigefinger, weil niedrigere Schlüsselzuweisungen und eine erhöhte Kreisumlage dazu führen, dass rund eine halbe Million Euro in der Finanzierung fehlen. "Derartige Entwicklungen sind absehbar", sagte er, da könne man gegensteuern. Kämmerer Metzger hielt entgegen, dass im Jahr 2017, das als Grundlage für die diesjährigen staatlichen Zuweisungen gilt, die Gewerbesteuereinnahmen relativ hoch lagen. So entstand das Defizit, das jedoch ausgeglichen werden könne.

Nebenher soll es gelingen, den Schuldenstand von 1,5 Millionen zum Jahresbeginn auf 1,36 Millionen Euro zum Jahresende zu senken. Jeder Bürger stünde dann mit 988,22 Euro "in der Kreide". Für das kommende Jahr erwartet Günter Metzger wieder eine bessere Finanzkraft für Burgpreppach. Der gelernte Bankkaufmann Schwappach bewertet diese Einschätzung als zu optimistisch. Nach möglichen Abhilfen gefragt, sagte er, "wenn Feuer auf dem Dach ist", seien höhere Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer "die einzigen möglichen Stellschrauben für die Gemeinde". Schwappach und Michael Krug (ebenfalls Gemeinwohl) waren in der Folge die einzigen im zwölfköpfigen Gremium, die gegen den vorliegenden Haushaltsentwurf stimmten.

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