Gesellschaft

Markt Neunkirchen übernimmt Ferienbetreuung von der Diakonie

Von dem Schuljahr 2013/14 an war die Ferienbetreuung fest in der Hand der Diakonie. "Sie hat das organisiert und durchgeführt", erläuterte Zweiter Bürgermeister Martin Mehl (CSU), der in der Jahressch...
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In der Grundschule in Neunkirchen am Brand findet bislang die Ferienbetreuung statt.  Foto: Petra Malbrich
In der Grundschule in Neunkirchen am Brand findet bislang die Ferienbetreuung statt. Foto: Petra Malbrich

Von dem Schuljahr 2013/14 an war die Ferienbetreuung fest in der Hand der Diakonie. "Sie hat das organisiert und durchgeführt", erläuterte Zweiter Bürgermeister Martin Mehl (CSU), der in der Jahresschlusssitzung des Marktgemeinderates Neunkirchen am Brand den Bürgermeister Heinz Richter (FW) vertrat.

Im Frühjahr allerdings teilte die Diakonie mit, aus der Ferienbetreuung auszusteigen. Der Markt möchte das nun übernehmen.

Lücke geschlossen

Mit der Ferienbetreuung hat die Diakonie Lücken in dem Betreuungsangebot geschlossen, das auf drei Bausteinen basiert, wie Michael Mosch von der Verwaltung erläuterte: Das sind der Hort in evangelischer Trägerschaft, die offene Ganztagesschule (OGTS) und ergänzend die Diakonie. Der Markt stellte dafür die Räume zur Verfügung und übernahm die Reinigung.

Für die Ferienbetreuung bot die Diakonie zwei Pakete an: Ein Halbtagspaket für 56,80 Euro im Monat und das Ganztagspaket für 77,50 Euro, Mittagessen inbegriffen. Angenommen wurde die Ferienbetreuung von Kindern von sechs bis zwölf Jahren gemeindeübergreifend, also auch aus den Orten Dormitz und Hetzles. 56 Prozent der Kinder waren aus Neunkirchen.

Umbau der Schule

Durch den Umbau der Schule musste der Markt Ausweichquartiere anbieten und die Diakonie hat wohl auch Personalprobleme, weshalb sie aus der Ferienbetreuung aussteigt. Die Teilnehmerzahl war rückläufig und entsprach nicht der Anzahl bei der Bedarfsermittlung. "Der Kinderhort lief während der Zeit in Unterkapazität, dafür war die OGTS überfüllt", erläuterte Mosch. Dass hier für die Diakonie ein wirtschaftlicher Konflikt bestand, wurde vermutet. Die Verwaltung nahm Kontakt mit der Diakonie auf, doch ein Vorstandsbeschluss bestätigte, dass es bei dem Nein für die Ferienbetreuung durch die Diakonie bleibe.

Nun will die Kommune die Ferienbetreuung mit Ferienprogramm übernehmen. Das wäre als Kombimodell möglich oder über die Jugendhilfe. Aufgrund des Fachkräftemangels bei pädagogisch geschultem Personal durch die vielen OGTS plädierte die Verwaltung für das zweite Modell, da die Betreuer nicht explizit eine pädagogische Ausbildung vorweisen müssen. Studenten oder Kräfte ohne Ausbildung aus der OGTS könnten die Betreuung übernehmen.

Bei der Vorauskalkulation der Verwaltung wurde mit 20 Kindern gerechnet. Die Gebühren der Diakonie können nicht ganz gehalten werden. Das Halbtagsbetreuung durch die Gemeinde würde bei vier Tagen 65 Euro kosten, bei fünf Tagen 75 Euro, das Ganztagespaket 95 Euro für vier Tage und 105 Euro für fünf Tage. Ein Geschwisterrabatt von 20 Prozent würde gewährt. Kosten für das Mittagessen betragen 3,60 Euro pro Tag. Weiterhin würden auch die anderen Gemeinden mitbetreut werden. Da im Schulverband ohnehin Kinder aus Hetzles und Dormitz seien, würde es wenig Sinn ergeben, diese auszuschließen.

Nachbarn fragen

Allerdings wollte Anton Spatz (SPD), dass bei den Nachbargemeinden angefragt werde, sich bei einer Unterdeckung zu beteiligen. "Ich bin für Neunkirchen gewählt und nicht dafür, eine Unterdeckung der Nachbargemeinden zu zahlen. Wir reden hier nicht von großen Geldern, aber mit 1500 Euro werden sie nicht überfordert sein", sagte Spatz.

Dritter Bürgermeister Andreas Pfister (SPD) betonte, das solle kein Ausschlusskriterium sein, bat aber, bei den Nachbargemeinden anzufragen.



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