Bad Kissingen

Markt hat eine lange Tradition

Frisch aus der Region bieten mehrere Händler immer donnerstags auf dem Rathausplatz Salate, Gemüse und Obst an. Während der Sommermonate gibt es keinen freien Tag für den Händler Alexander Müller.
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Händler Alexander Müller und Mutter Elke bieten donnerstags frisches Gemüse aus heimischer Region, aber auch Obst und Blumen.
Händler Alexander Müller und Mutter Elke bieten donnerstags frisches Gemüse aus heimischer Region, aber auch Obst und Blumen.
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Sigismund von Dobschütz Der "grüne Markt" hat in Bad Kissingen eine lange Tradition. Früher boten die Händler ihre Waren zweimal oder zuletzt nur einmal wöchentlich auf dem Eisenstädter Platz an. Vor zwei Jahren musste Alexander Müller aus Priesendorf (Landkreis Bamberg) mit seinem Team auf den Rathausplatz vor die Jakobuskirche umziehen. Dort wird er nun auch in Zukunft bleiben.

"Den Markt gibt es schon seit Jahrzehnten", erinnert sich Ordnungsamtsleiter Rainer Warzecha. Jedenfalls gab es den Markt schon 1994, als er im Rathaus seinen Dienst antrat. Offiziell sei es gar kein "grüner Markt", stellt Warzecha richtig, sondern nur einer von mehreren Wochenmärkten in Bad Kissingen. Denn außer Obst und Gemüse bieten gleich daneben auch andere Händler gelegentlich Käse, Fisch und mehr an. Wie dem auch sei: Für alteingesessene Kissinger ist es der "grüne Markt", nur die Anbieter haben im Lauf der Jahrzehnte hin und wieder gewechselt.

Zuletzt hatte der Priesendorfer Händler Alexander Müller ab Frühjahr 2013 seine Holztische jeden Donnerstagmorgen ab 5.30 Uhr auf dem Eisenstädter Platz ausgebreitet, nachdem sein langjähriger Vorgänger aus Sennfeld (Landkreis Schweinfurt) aus Altersgründen hatte aufgeben müssen. Mit dem Spatenstich für den Erweiterungsbau des Landratsamtes in der Mühlgasse war aber vor zwei Jahren der Umzug auf den Rathausplatz notwendig geworden. Müller ist heute dankbar für diesen Standortwechsel und hat bereits die offizielle Genehmigung, trotz Fertigstellung des Landratsamtsgebäudes auch in Zukunft vor der Jakobuskirche stehen zu dürfen: "Wir machen hier 20 bis 30 Prozent mehr Umsatz." Verständlich, kommen doch zu den Passanten vom Zentralparkhaus jetzt zusätzlich jene vom Tattersall-Parkplatz über die Spitalgasse als Laufkundschaft hinzu.

Unzählige Stammkunden

Wichtigste Einkäufer für Müller, der von Mutter Elke und Freundin Inge Gernert beim Verkauf unterstützt wird, sind aber die unzähligen Stammkunden, die regelmäßig von Anfang März bis Ende November ab 7 Uhr bis 13 Uhr beim Müller-Team Schlange stehen. Zu ihnen gehört auch Petra Wehner, Inhaberin des Sanitätshauses reh-in-tec Weber in der Bachstraße. "Die Ware ist immer frisch, kommt aus der Region, und der Service ist superfreundlich", nennt sie als Grund. Während sie eine Handvoll, selbst ausgesuchter knackiger Möhren an Verkäuferin Inge Gernert weiterreicht, ergänzt sie noch einen für sie besonders wichtigen Grund: "Man muss die kleinen Händler und Unternehmen in der Region unterstützen."

Nur manches aus dem vielfältigen Sortiment an Gemüse, Obst und Blumen kommt bei Müller aus eigenem Anbau. "Wir sind keine Landwirte, sondern Händler." Denn zu Hause bewirtschaftet er nur knapp 1000 Quadratmeter Anbaufläche und ein paar Gewächshäuser. "Wir kaufen bei Landwirten aus der Nachbarschaft ein und ergänzen Fehlendes auf dem Nürnberger Großmarkt." Bananen und Aprikosen wachsen nun mal nicht in Franken, gehören aber in ein "rundes Obst-Sortiment". Während der Sommermonate gibt es keinen freien Tag für Müller. Montags ist Büro- und Vorbereitungstag für die Woche. Zweimal pro Woche, dienstags und freitags, wird frische Ware eingekauft. Mittwochs und samstags steht er im oberfränkischen Hof. Sonntags ist Müller in Trautmannshofen (Oberpfalz). Deshalb bleibt für Bad Kissingen nur der Donnerstag. Alles in allem ist Müller "sehr zufrieden", wenn ihm auch am Rathausplatz ein paar nahe Pkw-Stellplätze fehlen. Nur eines sucht er dringend - fachkundige Verkäuferinnen. Solange er niemanden aus Bad Kissingen zur Unterstützung hat, müssen ihm seine 68-jährige Mutter Elke, eine ältere Rentnerin und Freundin Inge helfen.

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