Windheim
Tradition

"Mariä Lichtmess": Bauernfest bei Burkhards

Veronika Schadeck Beim Biohof Burkhard wurde am Freitag zum ersten Mal "Mariä Lichtmess", verbunden mit einer Lichtmessandacht und einem kleinen Bauernfest ...
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Veronika Schadeck

Beim Biohof Burkhard wurde am Freitag zum ersten Mal "Mariä Lichtmess", verbunden mit einer Lichtmessandacht und einem kleinen Bauernfest gefeiert. Für ihn gehe es darum, altes Brauchtum wieder aufleben zu lassen, zusammen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen, so der Inhaber Burkhard Neubauer.
Was bedeutet nun "Mariä Lichtmess", das bis zum Jahre 1912 in Bayern ein offizieller Feiertag war. Früher, so erklärte Burkhard Neubauer, erhielten die Mägde und Knechte an diesem Tag ihren Jahreslohn. An "Mariä Lichtmess" wurde nicht gearbeitet. Das Personal der Bauern hatte ein paar Tage um Lichtmess herum frei.
Die Bauern gingen nach der Stallarbeit zur Kirche und danach wurde gefeiert. Mariä Lichtmess war auch der Tag, an dem die Mägde und Knechte ihren Arbeitgeber wechseln konnten.
Der 2. Februar war auch traditionell der Tag, an dem die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippenfiguren verpackt wurden. Es war das letzte Fest in der Weihnachtszeit. Das Datum berechnet sich vom 25. Dezember her und den zählt man 40 Tage weiter. 40 Tage sind in der christlichen und jüdischen Tradition ein Zeitmaß, das sich in den 40 Tagen der Fastenzeit wiederfindet.
Der Name Lichtmess (-messe) erklärt sich daraus, dass die Kerzen für das kommende Jahr geweiht wurden. Die Tage werden länger, so Burkhard, es kommt mehr Licht. Licht symbolisiert auch Christus.
Burkhard Neubauer wies darauf hin, dass in der heutigen Zeit trotz aller Technik und Maschinen die Menschen und auch sein Berufsstand keine Zeit mehr haben. Er meinte, dass man im Bauernstand mehr zusammenrücken sollte. Für ihn steht fest, dass sich die Landwirtschaft im Wandel befindet. Die Verbraucher wollen verstärkt wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen, wie diese produziert werden. Tierwohl und Umwelt nehmen verstärkt einen Stellenwert ein. Nicht zuletzt gehe er davon aus, dass künftig die Höfe wieder kleiner werden. Die Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Steinbach am Wald, Monika Barnickel, fand es großartig, dass der Biolandwirt altes Brauchtum wieder beleben will. "Ich gratuliere zur dieser Idee!"

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