Bamberg

Man(n) hat sich lieb

Ende Juli starten die Fischerei-Festspiele in ihre nächste Saison - mit einem Jubiläum.
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Jürgen Heimüller (links) und Arnd Rühlmann haben "alles, bloß kein Liebeslied" ... Foto: p
Jürgen Heimüller (links) und Arnd Rühlmann haben "alles, bloß kein Liebeslied" ... Foto: p

Auch 2019 gibt es wieder "Deutschlands kleinste Freilicht-Festspiele", und dieses Jahr gibt es richtig was zu feiern!

Im Januar wurde die Weinwirtschaft Fischerei unter Leitung von Kurt Meier 25 Jahre alt. Darauf kann man schon mal einen trinken. Oder zwei. Außerdem jährt es sich heuer zum 20. Mal, dass ein gewisser Herr Rühlmann und ein ominöser Herr Heimüller zum ersten Mal miteinander auf der Bühne standen. Die beiden waren sich sympathisch, konnten hübsch miteinander musizieren und Theater spielen. Also gründeten sie etwas später das Nana-Theater. Auch das ist ein Anlass, um anzustoßen.

Musik, Spaß und Wein

Später kam dann noch Regisseur Bernd Schramm dazu, eines führte zum anderen, und schließlich veranstalteten sie im Sommer vor 15 Jahren zum ersten Mal Deutschlands kleinste Freilicht-Festspiele. Und auch wenn heuer das Programm etwas übersichtlicher ist, darf man sich auf Musik und Spaß beim Wein im lauschigen Innenhof freuen.

Im Herbst geht es übrigens gleich weiter mit dem nächsten Jubiläum. Da feiert das Nana-Team das 20-jährige Bestehen seiner Lesereihe "Leichen im Keller" im Club Kaulberg. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Zurück zum Programm der Fischerei-Festspiele: Am 30. und 31. Juli heißt es "Alles, bloß kein Liebeslied". Arnd Rühlmann und Jürgen Heimüller singen ihre besten Chansons aus 20 Jahren. Seit 1999 stehen der Gruselchansonnier Rühlmann und der Extrempianist Heimüller gemeinsam auf der Bühne - da kommt so einiges zusammen an Anekdoten, Erlebnissen, Frotzeleien und großartigen Liedern. Zu ihrem gemeinsamen Bühnenjubiläum stehen die beiden nun endlich wieder in einem musikalischen Programm miteinander auf den Brettern. Und stellen sich dabei auch ihrer größten Niederlage: In all den Jahren niemals ein Liebeslied geschrieben zu haben, in dem alle Beteiligten bis zum Schluss überleben ...

Zu den "Halunken"

Weiter geht es am 6. und 7. August: "Ich geh zu den Halunken" - das sind Lieder und Satiren von Fritz Graßhoff, interpretiert von Ursula Gumbsch, Rolf Böhm und Arnd Rühlmann. Der Schriftsteller und Liedertexter Fritz Graßhoff war einer der erfolgreichsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Für seine "Halunkenpostille" wurde er mit Erich Kästner und Ringelnatz verglichen - und ist heute doch fast in Vergessenheit geraten.

Bekannt wurde er durch Schlager wie "Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise", doch sein eigentliches Metier waren sarkastische Verse im Gewand von Seemannsballaden, Bänkelgesängen oder Varieténummern. Mit spitzer Feder und viel schwarzem Humor spießte er gesellschaftliche Doppelmoral auf, wo immer sich Gelegenheit bot. Rolf Böhm hat Graßhoffs deftige, urkomische und manchmal derbe Verse kongenial neu vertont und lässt nun gemeinsam mit der wandlungsfähigen Drama-Diseuse Ursula Gumbsch und Arnd Rühlmann ein skurriles Panoptikum auferstehen: Da tummeln sich Piraten und Mörder, Huren und Ganoven, Nymphomaninnen und Kannibalen - aber auch so mancher vermeintlich brave Bürger, der es insgeheim faustdick hinter den Ohren hat. GP/red

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