Herzogenaurach

"Man arrangiert sich"

Der textile Sonnenschutz der Fenster am neuen Schul-Pavillon ist in die Kritik geraten. Die CSU will eine umfassende Information. Die Schulleitung sieht's offenbar gelassener, Beschwerden gab es auch von Eltern nicht.
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Von außen hübsch anzusehen, aber innen ist's offenbar zu hell und zu warm: Der textile Sonnenschutz im neuen Pavillon der Carl-Platz-Schule ist Kern einer Anfrage der CSU-Fraktion.  Foto: Archiv
Von außen hübsch anzusehen, aber innen ist's offenbar zu hell und zu warm: Der textile Sonnenschutz im neuen Pavillon der Carl-Platz-Schule ist Kern einer Anfrage der CSU-Fraktion. Foto: Archiv

Bernhard Panzer Licht und Schatten beim Sonnenschutz, schlechte Erfahrungen aus der Grundschule sollen sich im neuen Rathaus nicht wiederholen. Deshalb hat der Stadtrat jüngst einen früheren Beschluss aufgehoben und ein anderes Material als ursprünglich angedacht ausgewählt (der FT berichtete).

Damit sieht man sich für den Rathaus-Neubau besser gerüstet. Was aber geschieht im Pavillon-Neubau der Carl-Platz-Schule selbst? Dort ist der Sonnenschutz der Fenster ja in die Kritik geraten. Braucht's denn dort nicht auch eine andere Lösung?

Diese Frage beschäftigt nun auch die CSU-Stadtratsfraktion. Freilich ist das Thema in der Stadtverwaltung längst auf dem Tisch, "meine Gebäudewirtschaft ist dran", wie Bürgermeister German Hacker (SPD) gegenüber dem FT feststellte. "Das weiß auch die CSU". Nichtsdestotrotz hat die Fraktion ihre Anfrage zum "ungenügenden textilen Sonnenschutz beim Neubau in der Carl-Platz-Schule" formuliert, die man gerne im Stadtrat beantwortet haben möchte.

Fragenkatalog

Offenbar fühlt man sich nicht ausreichend informiert, wie die Stadt die Situation denn verbessern will. "Eine differenzierte Darstellung der Verwaltung zu den negativen Erfahrungen beim textilen Sonnenschutz erfolgte bislang noch nicht", schreibt Stadtrat Kurt Zollhöfer. Er nimmt Bezug auf Aussagen von Lehrerinnen. Sie hätten berichtet, dass der ungenügende textile Sonnenschutz die Klassenzimmer aufheizen würde. Dadurch nehme die Konzentration der Schüler ab und Kinder bekämen Kopfschmerzen, schreibt Zollhöfer. Mit einem Fragenkatalog verlangt die CSU eine umfassende Information.

Es gehe um drei Klassenzimmer und einen Seminarraum, sagte Christiane Maurer auf Anfrage des FT. Was bedeutet, dass es im Sommer dort zu heiß geworden sei. Die Lehrer hätten daraufhin sich und den Schülern selber geholfen, erklärt die kommissarische Schulleiterin weiter. Es wurde zum Gang hin gelüftet, denn "das Atrium ist schön kühl". Oder der Unterricht wurde in andere Räume verlegt, was übrigens sogar Bestandteil des Schulkonzepts sei. "Man arrangiert sich", sagte Maurer.

Weitere Kreise gezogen hat die Angelegenheit an der Schule offenbar nicht. Laut Maurer gab es keine Beschwerden von Eltern. Und auch die Schulleitung - bis vor drei Wochen war Markus Hahn der Rektor - habe nichts dergleichen formuliert.

Bürgermeister German Hacker betrachtet eine Verbesserung der Lage als "relativ einfach". Man könnte zusätzlich einen innen liegenden Sonnenschutz anbringen, schlägt er vor. Im Moment, da der Winter kommt, sei das ohnehin kein Thema, aber auch generell sieht Hacker kein großes Problem: "Es wird lösbar sein." Zumal der Rathausneubau und der Schul-Pavillon nicht wirklich vergleichbar seien. Denn die Schule sei niedriger und habe Baumbestand. Im Rathaus ist die Sonneneinwirkung offenbar kräftiger.

"Alles schon gesagt"

Im Übrigen verweist der Bürgermeister auf seine Aussagen in den Debatten im Planungsausschuss und Stadtrat zu dem Thema. Er habe das alles in den Sitzungen schon geäußert. Fakt ist für ihn, dass der textile, außen liegende Sonnenschutz an den Fenstern bleibt. "Der ist fix". Damit ist auch schon der letzte Punkt der CSU-Fragen beantwortet. Da heißt es provokativ: "Muss der textile Sonnenschutz in der Carl-Platz-Schule durch Alulamellen ersetzt werden, damit die Klassenzimmer sich nicht aufheizen, die Kinder keine Kopfschmerzen bekommen und ein angenehmes Raumklima zum Lernen vorhanden ist?"

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