LKR Haßberge

Mammutaufgabe für die Jäger

Die Kreisgruppe Haßfurt im Bayerischen Jagdverband sieht sich vor neue Herausforderungen gestellt.
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Im Kreise der Jäger stieß auch der Kreisvorsitzende Rudolf Meyer (Mitte) ins Horn. Er wurde bei der Feier für sein 25-jähriges Wirken an der Verbandsspitze besonders geehrt.  Foto: René Ruprecht
Im Kreise der Jäger stieß auch der Kreisvorsitzende Rudolf Meyer (Mitte) ins Horn. Er wurde bei der Feier für sein 25-jähriges Wirken an der Verbandsspitze besonders geehrt. Foto: René Ruprecht
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und Christian Licha Mit einer jagdlichen Zeremonie feierte am vergangenen Donnerstag die Kreisgruppe Haßfurt des Landesjagdverbandes Bayern (BJV) ihren 90. Geburtstag in der Kreisstadt. Rund 170 Gäste fanden den Weg in die Stadthalle, darunter die Bayerische Jagdkönigin Lisa Müller aus Bad Neustadt und, als Ehrengast, die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber.

Diese sagte, die Leidenschaft für Natur und Tiere sei der Antrieb der Jäger: "Sie sind der Beistand, den wir alle brauchen". Es sei nicht selbstverständlich, sich freiwillig und unentgeltlich für das Gemeinwohl einzusetzen. Kaniber rief die Jäger dazu auf, zusammen mit den Landwirten neuen Lebensraum für das Niederwild zu schaffen. Der Bestand an Rebhühnern, Hasen und Fasanen, also der Leitarten der Kulturlandschaft, nehme seit Jahren ab. Als Mammutaufgabe für Waldbauern, Jäger und Förster bezeichnete Kaniber die Herausforderung, zukunftsfähige Mischwälder zu entwickeln.

"Wir müssen nach wie vor alles tun, um eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Bayern oder Deutschland zu verhindern", mahnte die Landwirtschaftsministerin. Neben der Aufklärung der Öffentlichkeit gehöre auch die effiziente Bejagung des Schwarzwilds dazu. Die Schwarzwildstrecke sei im Landkreis Haßberge vergleichsweise hoch.

Enormer Zuwachs

Kreisvorsitzender Rudolf Meyer ließ die Geschichte der Kreisgruppe Revue passieren. Der Haßfurter Verband war von insgesamt 38 Jägern am 19. Januar 1929 im "Weißen Ross" gegenüber der Stadtpfarrkirche in Haßfurt gegründet worden. Meyer hob hervor, dass sich die Mitgliederzahl in den vergangenen 25 Jahren mit aktuell 365 mehr als verdreifacht habe. Meyer erinnerte "an viele Highlights im Verband wie Hegeschauen mit Hochkarätern als Referenten oder wissenschaftliche Ausführungen zum Thema Nationalpark".

Stolz sei man auf die großen Erfolge bei den Jungjägerkursen, an denen über 500 Jagdbegeisterte teilgenommen haben. Die Hälfte davon waren Frauen. Seit 1963 gebe es die Hundeprüfungen, die ebenfalls sehr erfolgreich abgehalten werden. Meyer verriet vor der offiziellen Zeremonie, dass er im nächsten Jahr sein Amt abgeben möchte. Der 69-jährige Wülflinger weiß, dass "sich heutzutage schwer ein Nachfolger finden lässt. Vor 40 Jahren habe man noch um die Vorstandschaft gekämpft, aber im Moment ist es sehr schwierig". Mit seinem Stellvertreter Steffen Vogel habe es schon Gespräche über die Amtsübernahme gegeben. Für Vogel selbst gibt es, wie er sagt, "kein klares Nein und kein klares Ja" zu dieser Offerte. "Ich bin mir sicher, dass wir einen Nachfolger finden werden."

"Jagd ist Kulturgut", stellte der stellvertretende Vorsitzende in seiner Rede Vogel heraus und forderte seine Jagdkollegen auf, selbstbewusster in der Öffentlichkeit aufzutreten. Schließlich übe man mit der Seuchenbekämpfung, dem Einsatz bei Wildunfällen, der Wildschadensregulierung und täglichen Rundgängen im Wald wichtige Aufgaben aus.

Als verantwortungsvolles und sehr vielschichtiges Handwerk stellte Landrat Wilhelm Schneider die Arbeit der Jäger dar. Ihm sei es wichtig, in der Öffentlichkeit immer wieder herauszustellen, dass die Jäger eine wichtige Aufgabe beim Schutz unserer Heimat und Umwelt haben.

Enno Piening, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, bezeichnete den Kreisverband Haßberge als "immer verlässlicher Partner, der wie ein Fels in der Brandung steht".

Ehrungen

Die außerordentlichen Verdienste des Haßfurter Vorsitzenden Rudolf Meyer stellte Piening heraus und überreichte dem Jäger die nur selten verliehene Eustachius-Medaille in Bronze. Seinerseits würdigte Meyer das besondere Engagement einiger Mitglieder der Kreisgruppe. Ingbert Sollmann, Horst Kneuer, Lothar Jäger, Wolfgang Schäflein und Helmut Schöpplein bekamen die Ehrennadel des Verbandes in Bronze verliehen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch die Jagdhornbläsergruppe Haßfurt, die von Kollegen aus Schweinfurt unterstützt wurde.

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