Heroldsbach

Malteser bringen Reliquie

Bis Montag steht ein Schrein mit einer Rippe der Heiligen Bernadette in der Gebetsstätte Heroldsbach. Tag und Nacht gibt es die Möglichkeit der eucharistischen Anbetung.
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Pater Ludwig Müller nimmt den Schrein mit der Reliquie der Heiligen Bernadette in Heroldsbach in Empfang.  Foto: Josef Hofbauer
Pater Ludwig Müller nimmt den Schrein mit der Reliquie der Heiligen Bernadette in Heroldsbach in Empfang. Foto: Josef Hofbauer

Josef Hofbauer Gut zwei Stunden früher als erwartet traf am Donnerstag der Transport mit der Reliquie der Heiligen Bernadette an der Gebetsstätte in Heroldsbach ein. Die vier Mitglieder des Malteser Hilfsdienstes, Manfred Huppmann, Michael Seifert, Frank Siebenhaar und Markus Johannes Nietert hatten die Reliquie in der Asamkirche in München abgeholt. Dafür hatte jeder der vier ehrenamtlichen Malteser einen Tag Urlaub geopfert.

Sie waren früh aufgestanden, denn die Helfer aus Waischenfeld, Bamberg, Erlangen und Nürnberg trafen sich bereits um 5.45 Uhr im Hof der Bezirksgeschäftsstelle Nürnberg. "Gut, dass wir so früh losgefahren sind, denn bereits bei Allershausen mussten wir von der Autobahn runter und über eine Umleitungsstrecke, auf der wir nochmals umgeleitet wurden, zur Sendlinger Straße nach München", berichtet Einsatzleiter Manfred Huppmann aus Waischenfeld. Auch der detaillierte Einsatzplan, den Diözesanreferent Markus Johannes Nietert ausgearbeitet hatte, bewährte sich.

Nach dem Ende des Gottesdienstes, den der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof zelebriert hatte, begann das Quartett, assistiert von dem Kunst- und Architekturhistoriker Fabian Pius Huber das Tryptichon, den Reliquienschrein, und eine rund 1,50 Meter hohe Madonnenfigur in Holzkisten zu verpacken. Die Kostbarkeiten wurden mit Zahlenschlössern gesichert und mit Gurten in einem Fahrzeug des Malteser-Hilfsdienstes, das sonst für Behindertentransporte verwendet wird, festgezurrt.

Privileg der Malteser

"Es ist ein Privileg für uns, dass wir diesen Transport übernehmen durften", erzählt Markus Johannes Nietert. Er verrät, dass für die Reise des Schreins quer durch Deutschland ausschließlich die katholische Hilfsorganisation der Malteser beauftragt wurde. "Wir haben Erfahrung. Mitglieder unserer Organisation haben bereits 1960 beim eucharistischen Weltkongress in München, als 80 000 Gläubige auf dem Odeonsplatz eine Eucharistie feierten, die Monstranz transportiert", berichtet Nietert. Den Maltesern sei auch diesmal der heikle Auftrag erteilt worden, weil sie in jeder Diözese in Deutschland vertreten seien.

Beim Transport herrschte höchste Sicherheitsstufe: "Wir durften auch bei Pausen das Fahrzeug niemals alleine lassen. Wir hatten auch keine Ahnung, wie der Zahlencode für die Schlösser der Transportkisten lautete", so Nietert. Der war in einem verschlossenen Kuvert, das sie in Heroldsbach Pater Ludwig Müller überreichten. Nur er hatte die Legitimation, die Schlösser der Transportkisten in der Marienkirche in Heroldsbach zu öffnen. Mit einem Möbel-Transportkarren wurden die Kisten in die Kirche geschoben.

Schrein mit LED Lichtern

Vorsichtig hoben die vier Begleiter vor dem Hauptaltar die in Folie verpackte Madonnenstatue aus der 55 Zentimeter breiten, 57 Zentimeter tiefen und 1,55 Meter hohen Kiste und stellen die schneeweiße Figur am rechten Seitenaltar der Kirche auf. Danach hoben sie vorsichtig den Deckel des Reliquienschreins. Mit Sauggriffen, die am Glaskasten, der den Schrein mit der Reliquie schützt, angebracht wurden, hoben die vier Helfer das kunstvoll verzierte Kleinod auf einen mit einer weißen Decke geschmückten Sockel vor dem Hauptaltar. Dann brachten sie am Glaskasten die Magneten für die LED-Beleuchtung des Schreins an. Pater Ludwig stellte Kerzen auf. Geschafft!

Bischöfe zelebrieren Messen

In Heroldsbach bleibt die Reliquie fünf Tage. Ein Höhepunkt während des Aufenthaltes der Reliquie, die Tag und Nacht bewacht wird, ist am Sonntag, 28. Oktober um 11 Uhr ein Pontifikalamt mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.

Am Nachmittag findet um 15 Uhr ein Gottesdienst im tridentinischen Ritus statt, den der Bamberger Krankenhauspfarrer des Klinikums am Bruderwald, Wolfgang Tschuschke zelebrieren wird. Diese Messfeier wird gemäß dem Messbuch von 1962 in Latein stattfinden. Einen Tag später feiert Walter Mixa, der frühere Bischof von Eichstätt und Augsburg, in der Gebetsstätte Heroldsbach einen Gottesdienst mit Studenten der Gustav Sievert Akademie Weilheim (Kreis Waldshut).

Während der Präsenz des Reliquienschreines in der Gebetsstätte Heroldsbach gibt es Tag und Nacht die Möglichkeit der eucharistischen Anbetung.



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