Neunkirchen am Brand

Malen ist eher Schreiben

Das Felix-Müller-Museum in Neunkirchen am Brand zeigt Ikonen von Christel Föhr sowie Russland-Bilder von Felix Müller.
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Christel Föhr: Madre della Consolazione italo-kretisch Foto: Lichtwerk, Trier
Christel Föhr: Madre della Consolazione italo-kretisch Foto: Lichtwerk, Trier

Im Rahmen einer Gastausstellung zeigt das Felix-Müller-Museum Ikonen von Christel Föhr. Die Ausstellung ist eine Veranstaltung im Rahmen der Neunkirchner Kulturtage 2019.

Föhr stammt aus einer alteingesessenen Trierer Künstlerfamilie. Nach ihrer Pensionierung aus dem Lehramt entdeckte sie für sich nach Kursen in Vézelay (Frankreich) die Passion des Ikonenschreibens und vertiefte diese Kunst in zahlreichen weiteren Kursen.

Ikonen sind dem gläubigen Menschen heilige Bilder. Sie genießen insbesondere in den orthodoxen Kirchen des Ostens hohe Verehrung, haben aber auch in den Kirchen des Westens Einzug gehalten. Das Malen der Ikonen wird eher als ein Schreiben verstanden, ein "zur-Anschauung-Bringen" des offenbarten Wortes.

Der überwiegende Teil der ausgestellten Ikonen ist verkäuflich. Den Verkaufserlös spendet die Künstlerin der Hilfsorganisation Shanti-Leprahilfe Dortmund, die in Zusammenarbeit mit dem nepalesischen Hilfswerk Shanti Sewa Griha medizinische Hilfe, Pflege und andere soziale Dienstleistungen für Hilfsbedürftige in Nepal leistet.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Bilder des Neunkirchner Künstlers Felix Müller (1904 - 1997) aus und über Russland . Es sind Portraits und Landschaften, die während seiner Soldatenzeit in Russland 1940 bis 1943 entstanden sind, außerdem spätere Arbeiten, in denen er das Leid des russischen Volkes thematisiert und die er oft "Russische Passion" benennt.

Von den in Russland entstandenen 50 Kreidezeichnungen sind 25 überliefert. Zu deren Entstehung schreibt er 1942 an seinen Freund Karl Schwab: "Vor 4 Wochen bekam ich 8 Tage Urlaub nach Smolensk. Der Grund war folgender: Ich machte damals einen Plakettenwettbewerb mit, den der Luftgau ausschrieb. Als Belohnung die ,Kunstreise'. Meines war ein voller Gewinn."

Vernissage

Die Ausstellung dauert von 31. März, bis zum 28. April. Das Museum lädt ein zur Vernissage mit einem Vortrag von Christel Föhr "Wie Ikonen entstehen" am Sonntag, 31. März, 16 Uhr.

Das Museum ist immer sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, ansonsten nach Anmeldung unter Telefon 09134/1837. red

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