Burgkunstadt

Malen als Abenteuer

Die Freude an der explosiven Kraft der Farbe zeichnet die beiden Künstler aus.
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"Kleiner Erzhafen" (Öl auf Leinwand) der Bamberger Künstlerin Christine Gruber Foto: Mathias M. Walther
"Kleiner Erzhafen" (Öl auf Leinwand) der Bamberger Künstlerin Christine Gruber Foto: Mathias M. Walther

Die Freude an der explosiven Kraft der Farbe und der Reiz, Fremdes und Fernes ebenso wie das Alltägliche auf Leinwand oder auf Papier gleichwohl zu bewahren oder mit neuem, abstrahiertem Abbild darzustellen, ist Christine Gruber aus Bamberg und dem im Schwarzwald lebenden Karl-Herrmann Gänßlen gemein.

Beide Künstler, schon seit mehr als 35 Jahren im In- und Ausland erfolgreich, bestücken die letzte Ausstellung der Produzentengalerie Burgkunstadt für Gegenwartskunst in diesem Jahr. "Die Dreizehnte" ist bis zum 8. Dezember in den Ausstellungsräumen am Schönberg 3 zu besichtigen. Vernissage ist am Samstag, 23. November, um 17 Uhr. Die Einführungsrede hält der Bamberger Kunsthistoriker Matthias Liebel, musikalisch wird der Marktzeulner Gitarrenvirtuose Thomas Schaller die Gäste begrüßen.

Neben den Gemälden von Christine Gruber und Karl-Hermann Gänßlen werden Skulpturen von Martina Kreitmeier (Landshut), Claudia Katrin Leyh (Meiningen), Patrick Niesel (Nürnberg) und Denis Delauney aus Memmelsdorf/Bamberg ausgestellt.

Diverse Stipendien erhalten

Die in Bobingen bei Augsburg geborene Malerin Christine Gruber lebt und arbeitet seit 1982 in Bamberg. Davor studierte sie in München Kunsterziehung und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste sowie Kunstgeschichte und Anglistik an der Ludwig-Maximilians-Universität. Bereits in den ersten 20 Jahren ihrer künstlerischen Tätigkeit wurde Christine Gruber mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und erhielt diverse bundesdeutsche Stipendien.

Die Malerin, von der es heißt, sie denke in Farbe, präsentiert sich in der Produzentengalerie mit kraftvollen Bildern in Öl auf Leinwand und Ölkreide auf Papier - mal mehr, mal weniger abstrakt. In jedem Fall aber voller Energie. Vielen ihrer Bildkompositionen, so heißt es in einer Rezension, scheine die Sehnsucht nach Exotik, nach der Ferne gemeinsam. Eine Sehnsucht, die der Baiersbronner Maler Karl-Hermann Gänßlen erfüllt. Dem Betrachter seiner Werke ebenso, wie er sie sich selbst erfüllt hat. Auf Reisen, die ihn mit den Malutensilien im Gepäck nach Südfrankreich, in die Toscana, nach Tibet, auf die Philippinen sowie in den vornehmlich von den Tuareg bewohnten Hoggar in Algerien sowie auf den Sinai führten. Teils mit dem Auto, aber auch auf dem Rücken eines Esels oder eines Kamels. "Sinai und Hoggar", so erzählt er, "machten mit bewusst, dass ich durch das Malen einen besonderen Kontakt zu den Beduinen und Tuareg bekam und diesen Menschen etwas geben konnte." In Marokko gibt es Marabouts, islamische Heilige, die in gleichnamigen Gebäuden - einer Art Kapelle - bestattet werden. Daraus entstand eine Serie mit abstrakten Auffassungen. Gänßlen sagt: "Malen ist für mich ein Erlebnis, ein Abenteuer, eine Freiheit." Hinzu kommen aber auch die überwältigenden, von quirligem Großstadtleben zeugenden, fast ein wenig an Buntstift-Zeichnungen erinnernden Straßenverkehrs-Szenen - oder einfach die nahezu realistischen Blumenbilder, wie die "Gladiolen". Karl-Hermann Gänßlen, 1940 geboren, ist in seiner Kunst nachhaltig geprägt worden von Max Dentler (Maler und Dozent für Kunst an der PH Reutlingen) und Frido Hohberger, der 1995 die Leitung des Zeicheninstituts der Universität Tübingen übernommen hat.

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