Zettlitz

Mal modern, mal traditionell

Die Jugendkapelle Kulmbach und die Rugendorfer Dorfmusik begeisterten vor vollem Haus.
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Gemeinsam beendeten die Städtische Jugendkapelle Kulmbach und die Rugendorfer Dorfmusik ihr Konzert im Zettlitzer Feststadl mit zwei Franken-Hymnen. Fotos: Klaus Klaschka
Gemeinsam beendeten die Städtische Jugendkapelle Kulmbach und die Rugendorfer Dorfmusik ihr Konzert im Zettlitzer Feststadl mit zwei Franken-Hymnen. Fotos: Klaus Klaschka
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Für ein volles Haus sorgten wieder einmal die Städtische Jugendkapelle Kulmbach und die Rugendorfer Dorfmusik bei ihrem gemeinsamen Frühlingskonzert. Die beiden Orchester kredenzten den Freunden der Blasmusik in Weisaths Feststadl in Zettlitz akustische Schmankerl - etwas moderner die Jugend, traditioneller die Dorfmusik.

Anerkennenswert ist die Arbeit von Harald Streit, der mit der Jugendkapelle eine immerwährende "Baustelle" vor sich hat. Alles ist im Fluss: Die Älteren gehen, Jüngere rücken nach. Für die Städtische Jugendkapelle war das Konzert in Zettlitz auch die Generalprobe für das nächste Wertungsspielen am 25. Mai. Zwei durchaus nicht einfache Stücke werden die Kulmbacher dort spielen: "The New Village", ein konzertantes Gemälde über ein holländisches Dorf, mit vielen Tempowechseln, das gerade deswegen saubere Intonation verlangt. Außerdem eine "New Barock Suite", die an barocke Orchestersuiten erinnert und mal etwas protzig daherkommt, im langsamen Satz arg an Bachs "Air" erinnert und im dritten Satz eine Fuge und eine Doppelfuge ziemlich swingend weiterspinnt.

Geheimnisvoller Kasten

Lockerer klangen dagegen die weiteren Stücke: "Something stupid", "Best of Falco" oder der Charleston "Ice Cream". Daneben ein Querschnitt von Kompositionen von Herb Albert, für die besonders die Trompeten dankbar waren. Höhepunkt war wohl die sogenannte "Kuckucks-Polka". Unter der Last ächzend schleppten zwei "besonders starke" Musiker einen geheimnisvollen Kasten herein, der das gesamte Instrumentarium des Solisten beinhaltete: Eine kleine Kuckuck-Pfeifer und eine noch kleinere Vogelzwitscher-Pfeife, auf denen Jonathan Lormes brillierte - selbstverständlich nur und ausschließlich nach dirigentischer Anweisung von Orchesterleiter Harald Streit.

Auch wenn dieses "Solo" eher ein musikalischer Spaß war, so bewies sich der elfjährige Jonathan Lormes als einer der Schlagzeuger der Jugendkapelle als vielversprechendes musikalisches Talent.

Routiniert, aber musikalisch sehr ausdrucksvoll bestritt die Rugendorfer Dorfmusik unter Volker Pöhlmann den zweiten Teil des Konzerts. Das Blasorchester zeichnet sich durch sehr präzise Klarinetten und Flöten aus, kräftige, aber unaufdringliche Trompeten, satte Hörner und einen dezenten, aber tragfähigen Bass.

Das Tüpfelchen auf dem i

Ernst Mosch wäre von den weichen böhmischen Klängen sicher genauso angetan gewesen wie Benny Andersson von der Bläserversion seiner Abba-Hits. Brillante Solisten setzten das Tüpfelchen auf das i.

Mit dem Marsch "Durch's schöne Frankenland" beschlossen die beiden Orchester gemeinsam das Blasmusikfest in Zettlitz. Und beim "Frankenlied-Marsch" schließlich sang der eine und andere im Publikum sogar inbrünstig mit.

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