Kümmersreuth
Exkursion

Mahnung zu achtsamem Umgang mit der Kulturlandschaft

Die Veränderungen der Flur in einer alten Kulturlandschaft lagen im Fokus einer Exkursion des Bundes Naturschutz im Rahmen der Bayern-Tour-Natur, die unter der Leitung von Bernhard Christoph stand. De...
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Das Steinbruchareal am Deisenstein lässt erahnen, wie die Landschaft zwischen Rotschemel und der Ortschaft nach weiterem Gesteinsabbau aussehen könnte. Foto: Anton Reinhardt
Das Steinbruchareal am Deisenstein lässt erahnen, wie die Landschaft zwischen Rotschemel und der Ortschaft nach weiterem Gesteinsabbau aussehen könnte. Foto: Anton Reinhardt

Die Veränderungen der Flur in einer alten Kulturlandschaft lagen im Fokus einer Exkursion des Bundes Naturschutz im Rahmen der Bayern-Tour-Natur, die unter der Leitung von Bernhard Christoph stand. Der Tiefbauingenieur und Hobby-Archäologe nahm 70 Interessierte mit auf eine Zeitreise, die Jahrmillionen bis zur Entstehung der Juralandschaft zurückreichte, und informierte: "Das hier unter der Humusdecke befindliche Gestein ist im Jurameer entstanden, also vor etwa 150 Millionen Jahren." In der Dorfmitte beleuchtete Christoph die Ortsgeschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreiche. An einer Blickachse zum Gesteinsabbaugelände am Deisenstein reagierten etliche Teilnehmer betroffen. "Die Natur darf doch so nicht weiter ausgebeutet werden!", sagte eine ältere Frau.

Bernhard Christoph erklärte die Entwicklung des Gesteinsabbaus: Angefangen hat es mit drei kleinen Abbaustellen in Kaider etwa um das Jahr 1950, man nutzte sie vorwiegend für den örtlichen Bedarf, wie zum Hausbau. Eine Karte von 1970 zeigte bereits eine wesentliche Zunahme der Abbaufläche und ein neues Areal unterhalb. Obwohl beachtliche Grabungsfunde - darunter die Überreste einer vor 4600 Jahren verstorbenen Frau - zu Tage kamen, wurde der Abbau fortgesetzt. Auch zu dem von den Steinwerken Neupert geplanten neuen Steinbruchareal gelangte die Gruppe. Auch dieses Gebiet müsse schon von unseren Urahnen besiedelt gewesen sein, so Christoph: "Die vielen Bodendenkmäler und die bereits geschehenen großen Eingriffe um Kümmersreuth mahnen uns zum achtsamen Umgang mit dieser Kulturlandschaft."

Silvia Messerer von der Bürgerinitiative gegen die Steinbruchpläne informierte: "Bis dato sind noch keine detaillierten Pläne bei der Regierung von Oberfranken eingegangen, die auf die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens hindeuten." Man habe mittlerweile über 2000 Unterschriften von Steinbruchgegnern gesammelt und werde wachsam bleiben. Einige Exkursionsteilnehmer trugen sich spontan in die Unterschriftenlisten ein.

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