Bamberg

Mahnmal macht Platz

Die Sanierungsarbeiten am Rathaus Schloss Geyerswörth werfen ihre Schatten voraus. Das Hexenmahnmal wurde vorübergehend abgebaut.
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Das von den Essener Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann geschaffene Hexenmahnmal Foto: Maria Deutsch
Das von den Essener Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann geschaffene Hexenmahnmal Foto: Maria Deutsch

Die umfassende Sanierung des Rathauses Schloss Geyerswörth soll noch in diesem Sommer starten. Um über die erforderlichen Bewegungsflächen für die Bauarbeiten jederzeit verfügen zu können, ist die Sicherung des Kunstwerkes "Brandmal" während der gesamten Baumaßnahme erforderlich, berichtet die städtische Pressestelle. Für den bereits am Dienstag erfolgten Abbau und den Wiederaufbau nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an Schloss Geyerswörth wurde eine Fachfirma beauftragt. Mit dem Kunstwerk wird auch die an der Fassade befestigte Hinweistafel fachgerecht eingelagert. Die im historischen Pflasterbelag eingebaute Tafel bleibt vor Ort und wird geschützt.

Beeindruckendes Bild

Die bodennahe Lichtskulptur "Brandmal", die von den Essener Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann geschaffen wurde, erinnert als "Hexenmahnmal" an die Opfer der Verfolgungen im einstigen Hochstift Bamberg. Die circa sieben mal drei Meter große Bodenplatte aus rostigem Cor-Ten-Stahl hat Aussparungen, in die orangefarbene Acrylglasplatten eingelassen sind, die von unten durch LED-Leuchten angestrahlt werden. Bei Nacht entsteht dadurch ein sehr beeindruckendes Bild, denn das ausströmende Licht wirkt wie der Feuerschein von Scheiterhaufen, die damals in der Domstadt brannten.

Das Bamberger Erzbistum war im 17. Jahrhundert ein Zentrum der Hexen- und Zaubererverfolgungen. Ihren Gipfel erreichten diese von 1612 bis 1631: Allein in diesen knapp zwei Jahrzehnten schickten die Inquisitoren der Stadt rund 1000 Frauen, Männer und sogar Kinder nach meist schwerer Folter auf den Scheiterhaufen. "Ihr Leid verpflichtet uns zum Aufstehen gegen Ausgrenzung, Machtmissbrauch, Entwürdigung und jede Art von Fanatismus", heißt es aus dem Rathaus. Schloss Geyerswörth war die damalige Residenz der verantwortlichen Bamberger Bischöfe. red

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