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Magere Ernte im Waldfriedensee

Das Abfischen ist der Höhepunkt im Vereinsjahr der Neustadter Fischereigemeinschaft Waldfriedensee. Heuer konnte man mit der Qualität der aus dem Wasser gezogenen Tiere zufrieden sein, nicht aber mit der Quantität. Die Gründe für das Fischsterben geben Rätsel auf.
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Für die "Waldfriedenseefischer" war es nicht alltäglich einen größerenBarsch an Land zu ziehen. Fotos: Martin Rebhan
Für die "Waldfriedenseefischer" war es nicht alltäglich einen größerenBarsch an Land zu ziehen. Fotos: Martin Rebhan
Am Samstag war es wieder so weit, der Tag der Ernte für die Angler war gekommen. Doch die Vorfreude auf das feuchte Erntedankfest wich schnell der Enttäuschung: Weit weniger Fische als in den Vorjahren konnten aus dem Waldfriedensee geholt werden. Eine Erklärung dafür hat man zunächst nicht.
Bereits Mitte der Woche wurden die ersten Bretter im so genannten "Mönch" entfernt, so dass sich der Waldfriedensee und die dahinter liegenden Teiche langsam entleeren können, damit sich die Fische in aller Ruhe in tiefere Gefilde der Gewässer zurückziehen können und nicht, was bei einem schnellen Ablauf der Fall wäre, im Schlamm "festsitzen".


Früh aus den Federn

Am Tag des Abfischens hieß es für die Helfer schon sehr früh aus den Federn zu kommen, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Die ersten waren bereits
um fünf Uhr am Ort des Geschehens, um den Mönch endgültig zu öffnen. Gespannt warteten die etwa 20 Helfer, was das Wasser frei gab.
Artenreich war es schon, was der Waldfriedensee zu bieten hatte. So zogen die Fischer unter anderem Barsch, Forelle, Hecht, Saibling, Zander und Schleie an Land, um den leckeren Speisefisch an den Mann respektive Frau zu bringen. Nicht alltäglich war es, dass auch Krebse aus dem Wasser gefischt wurden.


Ein "Ami" im See

Edelkrebse und ein Signalkrebs ließen die Augen der Helfer größer werden. "Den Signalkrebs haben die Amis mitgebracht", kommentierte Stev "Rudi" Bätz den seltenen Fang.
Mit der Qualität zeigte man sich seitens des Vereins schon zufrieden, allerdings ließ die Quantität zu wünschen übrig. "Das Ergebnis ist eine Katastrophe" beschrieb Vorsitzender Dietrich Egger den Fang. Erklären konnte er die Tatsache so kurzfristig nicht.
"Es lässt sich trefflich darüber spekulieren, was passiert ist", war von Egger zu hören. Das Fischsterben begann nach seinen Worten schon ein paar Wochen nach dem Einbringen der Besatzfische in den See. "Am Wasser liegt es nicht", bestätigte der Vorsitzende und ergänzte: "Es ist eben so, nicht im jeden Jahr kann man mit guten Ergebnissen rechnen".
Wieder in seinem "Element" war wie in den Jahren zuvor auch Harald Büchner, der sich fachgerecht um die Schlachtung und Zerteilung der Karpfen kümmerte. Wie vielen Fischen er half, in höhere Regionen aufzusteigen, konnte er nicht sagen. "Ich zähle sie nicht", meinte er und nahm sich des nächsten Vierpfünders an.
"Wichtig ist beim Schlachten, dass man beim Karpfen die Gallenblase nicht verletzt, sonst ist der Fisch ungenießbar", kommentierte er sein Handwerk.


1000 Fische eingesetzt

Auf Nachfrage informierte Dietrich Egger, dass man am Anfang der Saison etwa 1000 Fische mit einem Wert von rund 3000 Euro eingesetzt hatte. "Reich wird hier keiner", beschrieb er das wirtschaftliche Ergebnis. Dietrich Egger abschließend: "Wir sind eben alles Hobbyfischer und Idealisten".
Neben vielen Besuchern, die sich vor Ort gleich mit frischem
Fisch versorgen wollten, gab es auch einige ungeladene Gäste. Zeitweise waren zwölf Fischreiher zu sehen, die sich an den gedeckten Tisch setzten.

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