Ebensfeld

Männerwelt ordentlich gerupft

"Putzfraa" Ines Procter las dem starken Geschlecht ordentlich die Leviten.
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Mit einem selbst verfassten Gedicht zur "Fünften Jahreszeit" eröffnete Roswitha Hofmann vom Ebensfelder Frauenbund das Frauenfrühstück. Foto: Mario Deller
Mit einem selbst verfassten Gedicht zur "Fünften Jahreszeit" eröffnete Roswitha Hofmann vom Ebensfelder Frauenbund das Frauenfrühstück. Foto: Mario Deller

Es gibt charmante, gut aussehende, hilfsbereite Männer - und dann gibt es noch die übrigen 98 Prozent. Kaum ein gutes Haar am anderen Geschlecht ließ Ines Procter als "närrische Putzfraa". Ihr das Zwerchfell strapazierender Auftritt bildet den unterhaltsamen Höhepunkt des Frauenfrühstücks, zu dem der Katholische Frauenbund ins Pfarrheim eingeladen hatte.

"Wir machen es den Kindern gleich, lachen über uns, unbekümmert und frei" - mit einem selbst verfassten Gedicht begrüßte Roswitha Hofmann die vielen Frauen. Nachdem man sich am leckeren Buffet bedient hatte, trampelte ohne anzuklopfen "Putzfraa" Ines Procter in den Raum, thematisierte schnaufend die von ihr in all den Jahren mühsam antrainierte "Muffin-Figur", die praktischerweise für den nicht mehr ganz fitten Ehemann Haltegriffe beinhalte.

Ein Spruch nach dem anderen

Einen flotten Spruch nach dem anderen pfefferte die Unterfränkin heraus, die 1987 als damals 14-Jährige ihren ersten Bühnenauftritt hatte bei den "Erlabrunner Narrekröpf". Mittlerweile ist sie weithin bekannt, lästerte sogar schon bei "Fastnacht in Franken". Große Enttäuschungen habe sie schon als Kind erlebt, klagte sie, die Augen verdrehend: "Am schlimmsten war's bei der Schnitzeljagd. Da hab ich mich fei g'scheit geärgert, als sich am Ende herausstellte, dass es gar kein Schnitzel gab. Solche leeren Versprechungen!" Dass 16-jährige Töchter ein Kapitel für sich sind, dürfte bekannt sein. Deren gewachsenen Anspruchsdenken setzt "Putzfraa" Ines eiserne Sparsamkeit entgegen, wie das Publikum erfuhr. Auf die Frage der Tochter: "Mama, kannst mir Geld geben fürs 50-Cent-Konzert" hin lautete folgerichtig ihre Antwort "Hier hast du einen Euro, nimm deinen Bruder mit." Die Männer bekamen selbstverständlich gehörig ihr Fett weg. Nachts um eins sei ihr einmal ihr damals vierjähriger Sprössling ins Zimmer gekommen, bettelte: "Mama, kannst mir ein Märchen erzählen, ich kann nicht schlafen!" Mit theatralischer Genervtheit im Gesichtsausdruck fuhr die Mimin fort: "Na, da hab ihr dann gesagt: Warten wir ein wenig auf deinen Vater, der erzählt uns gleich beiden eins." Um angesichts der Ehemisere wieder etwas Pep ins Spiel zu bringen, sei sie dann in so einen speziellen Shop in Würzburg gegangen, habe sich lasziv gekleidet und ihre Augenpartie schwarz gestylt, um sich etwas "verrucht" zu geben. Als dann ihr Mann nach Hause kam und sie sich auf dem Sofa räkelnd sah, meinte er nur trocken: "Na Batman, was gibt's zu essen?" Diese Nackenschläge könne man als Frau nur verkraften, indem man selbst um die Häuser zieht mit der Mädels-Clique.

Als sie dann statt wie vereinbart um Mitternacht erst um drei Uhr früh heimkam, habe sie ihren Mann täuschen wollen, indem sie die Kuckucksuhr imitierte. Am nächsten Morgen habe der Gatte ihr beiläufig erzählt, dass die Kuckucksuhr, die nicht nur die Zeit falsch ansage, sondern sich scheinbar auch auf dem Wohnzimmerteppich übergeben hatte, dringend einer Reparatur bedürfe. "Haltet durch - und verliert den Humor net", lautete die Abschlussbotschaft von Ines Procter, die für ihre Darbietung lautstarken Applaus bekam.



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