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Männerforum erkundet Nürnberg

Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach tauchte bei seiner jüngsten Exkursion in die Geschichte Nürnbergs ein, und so mancher der 16 Teilnehmer war froh, mit dem Besuch des Fe...
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Das Nürnberger Rathaus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Foto: privat
Das Nürnberger Rathaus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Foto: privat

Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach tauchte bei seiner jüngsten Exkursion in die Geschichte Nürnbergs ein, und so mancher der 16 Teilnehmer war froh, mit dem Besuch des Fembo-Hauses eine Bildungslücke geschlossen zu haben. Mit einer Dauerausstellung wird der Besucher dort in neun Stationen durch die Geschichte Nürnbergs geführt. In einer halbstündigen Führung wurde den Herzogenaurachern die Bedeutung Nürnbergs jeweils in den einzelnen Jahrhunderten fachkundig erläutert.

Es begann mit Friedrich II. (1194-1250) und der Zeit der Staufer im 13. Jahrhundert. Eine Kopie der Reichskleinodien, den Herrschaftsinsignien der Kaiser, ist ausgestellt. Die Originale befinden sich in Wien. Jahrhundertelang waren sie in Nürnberg aufbewahrt, wurden aufgrund der Bedrohung durch Napoleon nach Wien gebracht, von Hitler nach Nürnberg "heim ins Reich" geholt und schließlich wieder nach Wien zurückgegeben.

Beim Blick ins 14. Jahrhundert musste Kaiser Karl IV. erwähnt werden, der 40 Mal in Nürnberg weilte, sowie seine Söhne Wenzel und Sigismund.

Im 15. Jahrhundert war Nürnberg eine wohlhabende Handelsstadt mit reicher Kunstszene und Albrecht Dürer an der Spitze. Die Reformation erreichte im nächsten Jahrhundert sehr bald Nürnberg. Der Rat der Stadt erklärte 1525 Nürnberg zur evangelischen Stadt.

Die sechste Station galt Nürnberg im Barock, der Zeit, in der auch das Fembo-Haus gebaut wurde. Im 19.Jahrhundert blühte dann nicht nur die Romantik auf, sondern Nürnberg wurde Industriestadt (Eisenbahn und Lok "Adler") und wuchs rasant. Das folgende Jahrhundert hinterließ in Nürnberg gewaltige Spuren: Reichsparteitage und die Zerstörung durch Bombenangriffe.

Auf dem Weg weiter durch die Altstadt erfuhren die Mitglieder des Männerforums noch viele Details : Nürnberg wurde erstmals 1050 in einer Urkunde erwähnt; der Name stammt von der Burg, die auf Felsen am Berg errichtet wurde. Die Besucher hörten auch viel über die schwierige Persönlichkeit Albrecht Dürers. Sein Denkmal aus dem 19. Jahrhundert ist das erste, das in Deutschland einem Künstler gewidmet wurde. Vor St. Sebald gab es Einzelheiten über Kaiser Wenzel, der dort getauft wurde, und über den frommen Sebald.

Das Rathaus aus dem 17. Jahrhundert zeugt vom Stolz des Rates. Das mittlere Portal zum Ratssaal wird flankiert von zwei Portalen, auf denen Weltreiche angedeutet sind. Wer hat schon so genau das Portal der Ratsherren betrachtet? Dort sind Gerechtigkeit und Weisheit symbolisiert.

Die Führung endete auf dem Hauptmarkt. Hier musste daran erinnert werden, dass sich dort das Judenviertel befand, das im Rahmen eines Pogroms im 14. Jahrhundert abgerissen und einem Marktplatz geopfert wurde. An der Stelle der Synagoge wurde die Frauenkirche errichtet. Gotthard Eichstädt

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