Kulmbach
Leserbriefe

Mälzerei Müller: Wurden alle Szenarien im Vorfeld geprüft?

Zum Abbruch der Mälzerei Müller (die BR berichtete mehrfach) wird uns geschrieben: In der BR (17. + 19. Juli) wurde umfassend über das Wohnungsprojekt Pestalozzistraße auf dem alten Mälzerei-Gelände b...
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Auch ein Kulmbacher Wahrzeichen - solange es noch steht: das Backsteingebäude der Mälzerei Müller in der Pestalozzistraße. Foto: Stephan Tiroch
Auch ein Kulmbacher Wahrzeichen - solange es noch steht: das Backsteingebäude der Mälzerei Müller in der Pestalozzistraße. Foto: Stephan Tiroch

Zum Abbruch der Mälzerei Müller (die BR berichtete mehrfach) wird uns geschrieben: In der BR (17. + 19. Juli) wurde umfassend über das Wohnungsprojekt Pestalozzistraße auf dem alten Mälzerei-Gelände berichtet. Die Gestaltungsfragen wurden ausführlich und sachgerecht beleuchtet und kommentiert.

Auf die in der heutigen Zeit im Zusammenhang mit der Schaffung von Mietwohnungen wichtigsten Fragestellungen wurde leider nicht eingegangen: War es nicht möglich, ein solch wichtiges Projekt der Stadtentwicklung mit einem örtlichen "Konsortium" zum Beispiel von Städtebau Kulmbach GmbH und Baugenossenschaft Kulmbach und Umgebung eG anzugehen?

Die Finanzierung hätten gut die örtlichen Institute, Kulmbacher Bank und Sparkasse Kulmbach-Kronach, gemeinsam mit ihren Investment-Fonds tragen können, schließlich sammeln diese auch reichlich Geld in der Stadt Kulmbach bei den Kunden ein; es wäre für diese Banken, ihren Anspruch und ihr Image sicher angemessen, sich mit diesem Geld auch einmal vor Ort und nicht vorwiegend in Großstädten zu engagieren, auch wenn die Renditen vielleicht etwas kleiner sind.

Bei einem solchen Konstrukt wäre es auch leichter möglich zu gewährleisten, dass nachhaltig und langfristig ein angemessenes, aber preiswertes Mietniveau realisiert wird und nicht durch die bekannte Spirale "Investor baut - verkauft (und verdient) - Käufer verkauft (und verdient) - Käufer verkauft (und verdient)" am Schluss Eigentümer stehen, die aufgrund ihres dann absolut ausgereizten Einstandspreises eben auch ausgereizte Mieten verlangen müssen.

Eventuell gäbe es dafür auch Fördermittel, die dann "in die Stadt" und nicht in "private Hände" fließen würden.

Es ist aus dem Bericht nicht ersichtlich, inwieweit solche Szenarien in der Verwaltung oder von den Fraktionen geprüft wurden, bevor der Investor eine Zusage erhielt. Es ist auch nicht ersichtlich, inwieweit, falls solche Szenarien nachträglich noch geprüft und vielleicht sogar als sinnvoll eingestuft würden, bei einem dann zu erwägenden Ausstieg aus dem Projekt schon Ansprüche des Investors entstehen können. Wenn noch irgendein Prüfungs- und Handlungsspielraum besteht, sollte man diesen aber auf jeden Fall nutzen.

Veit Pöhlmann

Thurnau

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