Vierzehnheiligen
Konzert

"Macht hoch die Tür" - für ein besonderes Klangerlebnis in der Basilika

Bläserkunst und Orgelklang war am 1. Advent in der Basilika mit Vokalzauber vereint. Sanft und nuancenreich brachten der Chor "Cantabile", das Aachener Blechbläserensemble und Organist Markus Ritzel d...
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Matthias Backert leitete das Adventskonzert in der Basilika Vierzehnheiligen. Foto: Andreas Welz
Matthias Backert leitete das Adventskonzert in der Basilika Vierzehnheiligen. Foto: Andreas Welz

Bläserkunst und Orgelklang war am 1. Advent in der Basilika mit Vokalzauber vereint. Sanft und nuancenreich brachten der Chor "Cantabile", das Aachener Blechbläserensemble und Organist Markus Ritzel die Musiksprache perfekt zum Klingen.

Das genaue und harmonische Zusammenspiel der Musiker unterstrich das wunderschöne Adventskonzert und begeisterte das Publikum. Nicht schöner hätte der Musiksommer am Obermain ausklingen, nicht gefühlvoller hätte die Adventszeit beginnen können.

Der Chor unter der Leitung von Matthias Backert verstand es, die Werke sehr individuell zu gestalten. Gloriose, hymnenartige Passagen wurden genauso sicher artikuliert wie nachdenkliche und melancholische Stellen. Der Musikprofessor "spielte" mit seinen Sängern, die ihre Stimmen in vier- bis 16-stimmigen Chorsätzen wunderschön entfalteten. Mit ausgebreiteten Armen entfachte er freudigen Schwung, dann dämpfte er ihre Stimmen auf eine sachte Handbewegung hin. Sie schwelgten im kräftigen Gotteslob und entfalteten eine Dynamik von großer Bandbreite.

"Cantabile" gehört zu den Aushängeschildern der deutschen Chorszene. An der großen Rieger-Orgel ließ es Markus Ritzel zunächst langsam angehen. Verhalten klang der Chorsatz "Nun komme der Heiden Heiland" von Johann Sebastian Bach, steigerte sich beim "Herr Christ, der einzige Gottessohn" und dann zog der Orgelkünstler beim "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Max Reger alle Register: Die Posaunen jubelten und die Bässe nahmen an Intensität zu. Ritzel, ein Meister an der Rieger-Orgel, reihte sich in die barocke Leichtigkeit des Chores ein, korrespondierte mit zahlreichen Variationen, immer auf Ausgewogenheit zwischen der Orgel und dem disziplinierten Chor bedacht.

Im festlichen Gepränge

Die vier Bläser eröffneten das Konzert mit dem "Aufzug der Augsburger Trompeterautomaten von 1582" von einem unbekannten Komponisten. Majestätisch klangen die Zugposaunen und Konzerttrompeten. Beim Zusammenspiel mit dem Chor ("Nun komm der Heiden Heiland") bewies das Ensemble, dass auch volles Blech wunderbar virtuos klingen kann. Die Blechbläser begeisterten mit einem schlanken Klang und platzierten auch im festlichen Gepränge der Bach-Werke sängerische Transparenz und Eleganz, die auf technischer Meisterschaft basierte. Der Chor überzeugte auch mit einer modernen Fassung des alten Adventsliedes "Maria durch den Dornwald ging". Die Stimmen breiteten einen Klangteppich in dem Sakralbau aus, über den sich immer wieder die Sopranisten vogelgleich erhoben. Dabei kamen die anderen Stimmen nie zu kurz und waren ebenfalls immer klar und deutlich zu hören. Beim "Ave Maria" von Franz Biebl teilte sich der Chor und das Echo des Hauptchores wurde vom Seitenaltar vor der Orgelempore behutsam zurückgetragen. Das gemeinsame Schlusslied "Macht hoch die Tür" beendete ein bemerkenswertes Konzert.

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