Pfarrweisach

"Macher" Horst Ruhnau gestorben

Ob es um Heimatgeschichte oder Restaurierungen ging - Ruhnau hat sich um sein Heimatdorf Pfarrweisach auf verschiedenen Gebieten sehr verdient gemacht. Die Beisetzung findet am kommenden Donnerstag statt.
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Horst Ruhnau
Horst Ruhnau
Horst Ruhnau ist nach kurzer, schwerer Krankheit in der vergangenen Freitagnacht im Alter von 76 Jahren verstorben. Er hat sich in seinem Leben um sein Heimatdorf Pfarrweisach sehr verdient gemacht, besonders in den vergangenen Jahren, als er als Rentner sein Wissen und seine Arbeit für viele Projekte einbrachte.
Die meisten kennen Horst Ruhnau aber wegen seines riesigen Wissensschatzes. Im Hinblick auf seine Kenntnisse über die Natur und die Heimatgeschichte im weitesten Sinn war er eine wandelnde Bibliothek. Ruhnau war ein ausgewiesener Kräuter- und Pflanzenexperte: Es gab kein Kraut in seiner Heimat, von dem er nicht den Namen wusste, noch dazu den lateinischen, und für was dieses Kraut gut ist. Die vielen Kräuterwanderungen mit ihm geben ein Zeugnis davon. Und jeder Teilnehmer war beeindruckt ob seines Wissens.
Sein zweites großes Tätigkeitsgebiet war das Erforschen der Heimatgeschichte, der Burgen und Schlösser in der hiesigen Region. Deshalb lag sein Schwerpunkt als Vorsitzender des Heimatvereins auf Ausflügen zu solchen historischen Einrichtungen, die teilweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Als "Macher" hat der Verstorbene viele Spuren hinterlassen. So hatte er im Jahr 2005 in monatelanger Arbeit die Einhausungen der Kreuzwegstationen im Pfarrweisacher Friedhof neu gegossen und mit Mitgliedern des Heimatvereins aufgestellt; die Bildnisse waren zuvor von Volker Kuhn restauriert worden.
2011 überarbeitete er das "Dorfbuch der Marktgemeinde Pfarrweisach" vom damaligen Lehrer Karl Krimm aus dem Jahr 1952. Ruhnau hat das Werk mit 126 DIN-A4-Seiten über den Heimatverein als Heftdruck herausgegeben.
Sein Engagement galt ebenso der Neugestaltung des Friedhofes wie zuvor der Restaurierung der Nepomuk-Statue bei der Weisachbrücke - um nur einige Projekte zu nennen. Die Burgruine Lichtenstein steht unter Federführung des Heimatvereins, dessen Mitglieder für eine saubere Anlage sorgen und Führungen organisieren. Ruhnau war auch aktiv im Historischen Verein Landkreis Haßberge; die vergangenen Jahre hat er die Flurnamen der Gemeinde Pfarrweisach erforscht.


Gartenbauverein zur Blüte geführt

Unter seiner Führung hatte der örtliche Verein für Gartenbau und Landschaftspflege vor 30 Jahren eine neue Blüte erlebt, und beim TSV Pfarrweisach schnürte er in jungen Jahren die Fußballstiefel.
Horst Ruhnau hatte in Rostock am 22. September 1941 das Licht der Welt erblickt. Er kam in den Wirren des Zweiten Weltkriegs mit der Familie zuerst nach Unterpreppach, später nach Albersdorf, wo er zur Schule ging.
In Pfarrweisach, wo die Familie seit 1956 wohnt, trat er im November 1961 mit seiner Frau Maria vor den Traualtar. Aus ihrer Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand war Horst Ruhnau Meister bei FTE automotive in Ebern (früher FAG Kugelfischer).
Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung beginnt am Donnerstag, 22. März, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Kilian.

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