Forchheim
Ehrentag

Luzia Kümpfel feiert 95. Geburtstag

"Ich bin am 1. März 1924 in Georgswalde im Sudetenland geboren", sagt mit etwas Mühe und doch fast stolz die körperlich zierliche, aber schon vom Gesicht her Intelligenz und Eigenständigkeit ausstrahl...
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Luzia Kümpfel Foto: Elisabeth Görner
Luzia Kümpfel Foto: Elisabeth Görner

"Ich bin am 1. März 1924 in Georgswalde im Sudetenland geboren", sagt mit etwas Mühe und doch fast stolz die körperlich zierliche, aber schon vom Gesicht her Intelligenz und Eigenständigkeit ausstrahlende alte Dame. Ein handgemachtes Strohbild ihres Elternhauses an einer Wand ihres Zimmers im Caritas-Altenheim St. Elisabeth erinnert Luzia Kümpfel immer an ihre Kindheit.

Nach dem Besuch der Volksschule erweiterte sie ihre Ausbildung an der Handelsschule in kaufmännische Richtung. Da ihr Vater in einem Industriewerk gearbeitet hatte, das über die politisch unterschiedlichen Zeiten hinweg als wichtig galt, wurde die deutsche Familie Kümpfel nicht aus dem heutigen Tschechien ausgewiesen.

Erst nach dem Tod des Vaters Mitte der 1960er Jahre zog Luzia Kümpfel mit ihrer Mutter in den Westen, nach Gosberg, wohin schon verwandtschaftliche und freundschaftliche Beziehungen bestanden. 1969 erhielt Kümpfel eine Arbeitsstelle beim Caritas-Verband Forchheim, wo sie bei der Kasse, in der Buchführung und der Erholungsvermittlung sehr gewissenhaft tätig war; das bestätigte ihr früherer Chef, der inzwischen ihr Betreuer ist und seinen Teil dazu beitrug, den 95. Geburtstag der Alleinstehenden angenehm zu gestalten. Luzia selbst hatte ihn eines Tages darum gebeten, diese Funktion für sie zu übernehmen, als sie nach ihrer Pensionierung mit 60 im Jahre 1984 und nach der noch zweijährigen Pflege ihrer inzwischen kranken Mutter schließlich selber der Hilfe bedurfte und 2014 auch einen Platz im Caritas-Heim bekam. So schloss sich ein Kreis: Erst arbeitete Kümpfel für die Institution und diese bietet ihr jetzt Pflege und Geborgenheit.

Bewundernswerterweise hatte sie noch mit über 50 den Führerschein gemacht, da sie noch "möglichst viel von der Welt sehen" wollte. Sie fuhr aber nicht nur mehrmals selber mit dem Auto nach Österreich und Südtirol, sondern reiste mindestens einmal auch nach Israel. Als tief religiöse Frau wollte sie dort direkt den Spuren Jesu folgen.

Sie versuchte auch immer, kirchliche Projekte (finanziell) zu unterstützen. Für die Stadt Forchheim gratulierte Bürgermeister Franz Streit (CSU).

Eine 30-köpfige Schar aus dem Don-Bosco-Kindergarten machte gerade einen Faschingsumzug durch das ganze Haus und brachte dabei der Jubilarin ein Extraständchen. Noch ganz ab und zu spielt sie sich selbst eines auf der Mundharmonika.

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