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Luisa hilft im Coburger Nachtleben

Luisa gibt es zwar eigentlich gar nicht - trotzdem könnte es sein, dass sich künftig viele junge Frauen, die im Coburger Nachtleben unterwegs sind, nach ihr erkundigen. "Ist Luisa hier?" lautet nämlic...
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Julia Fuchs, Ali Hilles, Marianne Morchel, Anna Boehme und Annekatrin Bütterich (von links nach rechts) setzen sich für Opfer von sexueller Belästigung in Coburg ein.  Foto: Svenja Sollmann
Julia Fuchs, Ali Hilles, Marianne Morchel, Anna Boehme und Annekatrin Bütterich (von links nach rechts) setzen sich für Opfer von sexueller Belästigung in Coburg ein. Foto: Svenja Sollmann
Luisa gibt es zwar eigentlich gar nicht - trotzdem könnte es sein, dass sich künftig viele junge Frauen, die im Coburger Nachtleben unterwegs sind, nach ihr erkundigen. "Ist Luisa hier?" lautet nämlich das Codewort der gleichnamigen Kampagne gegen sexuelle Belästigung, die vom Arbeitskreis "Keine sexuelle Gewalt" zusammen mit der Polizeiinspektion und der Hochschule Coburg initiiert wurde.
So soll jede Frau, die sich beim Feiern bedrängt oder belästigt fühlt, künftig die Möglichkeit haben, umgehend Hilfe zu bekommen. "Ist Luisa hier?" als diskretes Codewort soll also die Hemmschwelle senken, Hilfe zu holen. Das Club- oder Kneipenpersonal hilft dann der Betroffenen, die selbst entscheiden kann, ob eine Vertrauensperson oder auch einfach nur ein Taxi kontaktiert werden sollen. Bereits acht Coburger Nachtlokale nehmen an der Kampagne teil und haben im Zuge dessen bereits ihre Mitarbeiter geschult.
Primäres Ziel des Projekts sei eine sichere Gestaltung des Nachtlebens, erklärt Anna Boehmer, die Soziale Arbeit an der Hochschule studiert. Gemeinsam mit dem Studiengang Integrative Gesundheitsförderung wurde das interdisziplinäre Projekt letzte Woche offiziell gestartet. Finanziell wurde die Kampagne vom "Coburger Weg" der Hochschule und dem 27 Jahre alten Arbeitskreis unter der Leitung von Marianne Morchel unterstützt. Aber auch die Coburger Polizei spielt dabei eine wichtige Rolle, sie stellt die Räumlichkeiten für das Projektzur Verfügung und sorgt auch vor Ort für Unterstützung von Betroffenen. Bei der Projektvorstellung ist auch Ali Hilles vor Ort, Besitzer des City-Treffs im Coburger Steinweg. In seiner Bar hat er bislang noch keine negativen Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht.


Teilnehmer gesucht

Jedoch weiß er: "Das Nachtleben im Steinweg ist nicht immer einfach." Deshalb kann jetzt auch im City-Treff jederzeit nach Luisa gefragt werden, um das Personal um Hilfe zu bitten. Für den erwünschten Effekt soll das Projekt weiter publiziert werden. Interessierte Bars, Clubs und Kneipen können sich gerne an Annekatrin Bütterich, Projektleiterin der integrativen Gesundheitsförderung, oder den Arbeitskreis wenden.
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