Pettstadt

Lücken machen Kummer

Pettstadt trauert weiterhin einem größeren Einkaufsmarkt nach.
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Mit gemischten Gefühlen akzeptierte der Gemeinderat Pettstadt in seiner jüngsten Sitzung den vom Markt Hirschaid zur Stellungnahme vorgelegten Bebauungsplan "Nahversorgungszentrum II" in Sassanfahrt. Zusehen zu müssen, wie im Nachbardorf, gleich hinter dem Mainberg, ein leistungsfähiges Handels- und Dienstleistungszentrum entsteht, schmerzt umso mehr, als Pettstadter Bemühungen, wieder einen Markt anzusiedeln, bislang zum Scheitern verurteilt waren. Es gibt lediglich die sehr vage Hoffnung auf einen Dorfladen.

Wie im Zusammenhang mit den Beratungen des Hirschaider Marktgemeinderats wiederholt berichtet, sind an der Nahtstelle von Sassanfahrt und Köttmannsdorf ein neuer Rewe-Markt mit 1857 Quadratmetern Verkaufsfläche und eine Tankstelle mit Waschanlage geplant. Nur der SPD-Gemeinderat Günter Stark konnte sich für das Projekt nicht erwärmen, weil ihm die Begründung des Ersatzneubaus für den vorhandenen Rewe-Markt "nicht schlüssig" erschien. Das Vorhaben im Nachbarort nehme Pettstadt auch noch eine Chance, selbst einen Einkaufsmarkt zu bekommen, argumentierte Stark.

Situation verschlechtert

Nach der Schließung des Nahkaufs am Kirchplatz vor drei Jahren haben sich die Einkaufsmöglichkeiten insbesondere für ältere Pettstadter beträchtlich verschlechtert. Die konnten in ihrer Jugend noch bei drei verschiedenen Einzelhändlern am Ort einkaufen. Nun sind sie auf Fahrtgelegenheiten Richtung Bamberg, Frensdorf und Hirschaid angewiesen. Verhungern muss in Pettstadt gleichwohl niemand, zumal im Hofladen des Ortsteils Eichenhof hochwertige Lebensmittel angeboten werden, die Gärtnerei Reichert Obst, Salat und Gemüse verkauft und in einer Pizzeria an der Hauptstraße frische Backwaren zu haben sind. Brauereien liefern Getränke nach Hause und aus den Hähnen sprudelt bestes Wasser aus dem Steigewald. Ein paar fliegende Händler und Tiefkühlkost auf Rädern sowie drei Gaststätten tragen zur Versorgung der Dorfbevölkerung bei. Zweiter Bürgermeister Friedrich Linz bedauerte, dass auch die jetzt noch vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten am Ort nicht ausreichend akzeptiert werden.

Bürgermeister Jochen Hack (FWG) konnte abermals wenig Hoffnung machen, dass sich an der Versorgungslage so schnell etwas ändert. In Gemeinden unter 5000 Einwohnern würden sich die Handelsketten nicht engagieren und da hülfen Pettstadt auch nicht das Verkehrsaufkommen des Gewerbegebiets oder die Pendlerströme aus dem Ebrachgrund, erklärte Hack. Pettstadt ist mit seinen 2000 Einwohnern wohl schon von den Einzugsgebieten der Märkte in der Umgebung mehrfach abgedeckt.

Im Sommer hat sich in Pettstadt ein Helferkreis etabliert, der älteren und nicht mobilen Bürgern kostenlose Fahrgelegenheiten im Bürgermobil der Gemeinde bietet. Den Plänen fürs Nahversorgungszentrum Sassanfahrt II gab der Gemeinderat Pettstadt bei einer Gegenstimme sein Plazet.

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