Thurnau
Kempff-Festival

Ludwig van Beethoven konnte seine Gefühle auch in Worten ausdrücken

Katharina Müller-Sanke Ludwig van Beethoven war ein begnadeter Komponist. Doch die Musik war nicht sein einziges Talent. Die Briefe, die er an die von ihm geliebte Josephine Gräfin von Deym schrieb, z...
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Beethoven in Wort, Musik und Gesang (von links): August Zirner las aus den Briefen Beethovens, Ingo Dannhorn spielte am Flügel und Bariton Roman Trekel sang. Foto: Katharina Müller-Sanke
Beethoven in Wort, Musik und Gesang (von links): August Zirner las aus den Briefen Beethovens, Ingo Dannhorn spielte am Flügel und Bariton Roman Trekel sang. Foto: Katharina Müller-Sanke

Katharina Müller-Sanke Ludwig van Beethoven war ein begnadeter Komponist. Doch die Musik war nicht sein einziges Talent. Die Briefe, die er an die von ihm geliebte Josephine Gräfin von Deym schrieb, zeigen deutlich, wie sehr es Beethoven verstand, seine Gefühle auch in Worten auszudrücken.

Beim Wilhelm-Kempff-Festival im Thurnauer Schloss gab es passend dazu ein umfangreiches Zeugnis der vielfältigen Talente Beethovens und gleichzeitig der tiefen Gefühle, die er in Musik und Text ausdrückte. Und so schließt sich auch der Kreis zu Wilhelm Kempff und nicht zuletzt zu Ingo Dannhorn. Denn das tiefe Gefühl, das aus den Zeilen und den Noten Beethovens spricht, war es, das auch Kempff weiterzugeben imstande war. Liveaufnahmen zeugen davon, wie es Kempff geschafft hat, mit seiner Musik Geschichten zu erzählen, die die Menschen fesseln.

An die unsterbliche Geliebte

Ingo Dannhorn schafft diesen Schritt auch heute noch: Noten werden nicht nur Töne, sondern sie werden zu Gefühl, zu Leidenschaft und schließlich zu einer ganzen Geschichte. An dem Abend unter dem Titel "An die unsterbliche Geliebte" konnte sich das Publikum an einer tiefen, aber auch fragilen Liebe erfreuen. August Zirner las aus den Briefen Beethovens an die Gräfin von Deym.

Die Antwortbriefe erklangen aus der Entfernung aus dem Lautsprecher. Eingesprochen hatte sie Daniela Hoffmann, die deutschen Synchronstimme von Julia Roberts. Bariton Roman Trekel sang unter Begleitung des Pianisten und Festival-Veranstalters Ingo Dannhorn Auszüge aus dem Lied an die Hoffnung und den Liederzyklus "An die ferne Geliebte".

Dannhorn fesselte mit seinem Spiel am Flügel die Zuhörer. Mit einer scheinbar unbändigen Leichtigkeit ließ er den Geist Kempffs wieder aufleben. Im Thurnauer Schloss passte das besonders gut, schließlich hat Wilhelm Kempff hier einst gelebt und gearbeitet.

Am zweiten Abend dreht sich beim Wilhelm-Kempff-Festival alles um eine Liebe mit deutlich mehr Zukunft. "Erster Kuss mit Clara" ist die Geschichte der Liebenden Clara und Robert Schumann. Bericht folgt.

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