Burgkunstadt

Loopings und Pirouetten

Die Modellflieger der Segelfluggruppe "Kordigast" zeigen am 24. Juni in Kaltenreuth mit waghalsigen Manövern ihr Können.
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Beim Schauflugtag der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt am 24. Juni können wieder jede Menge Modellflugzeuge bestaunt werden.  Foto: Stephan Stöckel
Beim Schauflugtag der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt am 24. Juni können wieder jede Menge Modellflugzeuge bestaunt werden. Foto: Stephan Stöckel
Kaltenreuth/Burgkunstadt — Am 3. März 1951 schlug die Geburtsstunde der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt. Was viele nicht wissen: In den Anfangstagen des Vereins schwebten noch echte Männer in einem selbstgebauten Segelflieger, den man auf den Namen der Stadt Burgkunstadt getauft hatte, durch die Lüfte. Mit dem 31. August 1958 sollte sich das schlagartig ändern. Er ging als rabenschwarzer Tag in die Vereinsgeschichte ein.
Was war geschehen? "Pilot Hans Barnickel stürzte beim Landeanflug aus 15 bis 20 Metern Höhe mit der Ka 1 ab und musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden", zitiert Vorsitzender Werner Hahn aus der Vereinschronik.
Das war der Anfang vom Ende der Großfliegerei und der Beginn der Modellfliegerei. Letztere beschert Besuchern aus nah und fern alljährlich einen Schauflugtag auf dem Kaltenreuther Flugplatz, bei dem diese nicht mehr aus dem Staunen herauskommen. Am Sonntag, 24. Juni, ist es wieder so weit: Beim offiziellen Flugprogramm, das ab 13 Uhr beginnt und gegen 17 Uhr endet, drehen bei freiem Eintritt Drei-D-Kunstflughubschrauber ihre Runden, sausen die 80 Stundenkilometer schnellen "Warbirds" durch die Lüfte, werfen die Bonbon-Bomber zur Freude der Kinder ihre süße Fracht ab.
Ob auch der mehrfache Welt- und Europameister sowie deutsche Meister Wolf Fickenscher aus Neuses am Main von der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt mit von der Partie sein wird, steht noch in den Sternen. Im vergangenen Jahr katapultierte er mit einer Geschwindigkeit von knapp 350 Stundenkilometern sein Segelflugzeug "Avionik F5B" in den Himmel und die Zuschauer kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Die Kaltenreuther Hochebene unweit des Weilers gleichen Namens hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Mekka des Modellflugsports entwickelt. Wenn die Himmelsschleusen dicht sind und nur ein laues Lüftchen weht, herrschen auf Burgkunstadts Höhen ideale Bedingungen für die Akrobaten der Lüfte. Sie zeigen den Besuchern mit ihren Modellen waghalsige Manöver, Pirouetten und Loopings.
Einer, der sie und ihre Flugzeuge wie aus der Westentasche kannte, wird in diesem Jahr fehlen: der vor kurzem verstorbene Heinz-Dieter Heberlein aus Bayreuth, in Fliegerkreisen besser bekannt als "Hebs". Er hatte in den vergangenen Jahren mit kundigen und launigen Kommentaren durch das Programm geführt. "Einen Ersatz für ihn zu finden, wird nicht ganz einfach sein", räumt Hahn ein. Der Vorsitzende zeigt sich zugleich zuversichtlich, bis zur Veranstaltung einen fachkundigen Moderator zu finden.
Vom Oldtimer über Elektromodelle bis hin zum Kunstflugmodell ist die ganze Palette an Modellflugzeugen zu sehen. Immer wieder faszinierend ist auch das Schleppfliegen. Bei dieser Startmethode wird ein ferngesteuertes Segelflugmodell von einem ebenfalls ferngesteuerten Motorflugzeug auf die Ausgangshöhe für einen Thermik- oder Kunstflug geschleppt. Auch originelle Flugmodelle sind zu bewundern.
Bereits am Vormittag kann man den Piloten aus nah und fern ab 10 Uhr bei ihren Trainingsflügen zusehen. Die Mitglieder der Segelfluggruppe, die an ihren blauen T-Shirts erkennbar sind, stehen für Fragen rund um das Modellfliegen gerne zur Verfügung. Wer Interesse hat, selbst einmal eine Maschine zu steuern, kann einen Termin für ein Schnupperfliegen vereinbaren. Bei schlechtem Wetter behalten sich die Veranstalter vor, den Flugtag abzusagen.


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