Lonnerstadt
Flächennutzungsplan

Lonnerstadter Gewerbegebiet rückt näher

Eine Hürde ist genommen: Die Änderung des Flächennutzungsplans für das Lonnerstadter Gewerbegebiet "Edelgraben" ist nach der fünften Auslegung in trockenen ...
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Eine Hürde ist genommen: Die Änderung des Flächennutzungsplans für das Lonnerstadter Gewerbegebiet "Edelgraben" ist nach der fünften Auslegung in trockenen Tüchern. In der Sitzung wurde der Feststellungsbeschluss gefasst, mit dem - so hoffen Räte und Verwaltung - die unendliche Geschichte zu einem Ende kommt.
Nun geht es darum, einen Bebauungsplan für das neue Gewerbegebiet "Edelgraben 2" aufzustellen. "Das Verfahren läuft schon", berichtete in der Sitzung Ingenieur Georg Schreiber vom Höchstadter Büro Maier. Nicht zu verwechseln mit dem gegenüberliegenden "Edelgraben 1", für den es bereits einen Bebauungsplan aus dem Jahr 2006 gibt. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde dieser bislang nicht realisiert. Auch jetzt weiß noch niemand, ob und wann dies geschieht.
Zur Sitzung hatte Bürgermeister Stefan Himpel (FW) Gewerbetreibende eingeladen, die sich für eine Ansiedlung in dem Areal im Westen Lonner-stadts interessieren. 10 000 Quadratmeter des insgesamt 3,8 Hektar großen Areals sollen der Gemeinde für ansiedlungswillige Betriebe zur Verfügung stehen. 20 000 Quadratmeter bleiben in der Hand von Herbert Krafft. Der ortsansässige Unternehmer, der auf seiner Fläche drei Hallen erstellen will, hat nach eigenen Worten "das Ganze auch angeleiert".
Wie Bürgermeister Himpel mitteilte, haben sich vier bereits in der Gemeinde ansässige Unternehmen konkret zum Kauf von Gewerbeflächen geäußert. "Sie wollen sich vergrößern und würden mit ihrem Unternehmen wegziehen, wenn sie kein Grundstück bekommen", ergänzte Dritter Bürgermeister Johann Höps (CSU/Bürgerblock). Bürgermeister Himpel geht es nicht zuletzt darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen.


Zufahrt noch nicht optimal

Allerdings ist die verkehrsmäßige Erschließung des Gewerbegebiets ausschließlich vom Süden her - in Verlängerung der Hauptstraße - möglich. Für eine Zufahrt von der Kreisstraße ERH 18 würde das Landratsamt eine Linksabbiegespur fordern, erklärte der Planer. Diese Lösung ist für einige Räte unbefriedigend. Der Landkreis solle sich lieber "Gedanken um eine ganzheitliche Lösung im Kreuzungsbereich machen", forderte Gerrit Hoppe (FW).
Das Modell einer Wärmeversorgung durch ein Blockheizkraftwerk für das Gewerbeareal stellte Diplom-Ingenieur Friedrich Schäfer vor. Dafür spricht laut Schäfer vor allem die CO2 -Einsparung von 300 bis 350 Tonnen pro Jahr. Mit Holzhackschnitzeln betrieben, schone man Umwelt und Ressourcen, und das Geld bleibe in der Region. Vorteile bringe die Nahwärme auch für die ansiedlungswilligen Betriebe. Sie brauchen keine Heizkessel und keine Kamine und hätten keinen Schmutz im Haus. Da davon auszugehen sei, dass der Ölpreis in Zukunft steige, sei das mit Holz betriebene Heizkraftwerk eine kostengünstige Wärmequelle. Wie Schäfer erläuterte, gibt es aufgrund des günstigen Primärenergiefaktors auch wesentlich geringere Auflagen beim Bau der Gebäude. Der Ingenieur machte jedoch gleichzeitig deutlich, dass das Modell nur funktioniere, wenn ein Anschlusszwang auferlegt werde.
Herbert Krafft denkt bei dem Nahwärmenetz an ein "Bürgerprojekt". Die Bauwerber hätten dann die Möglichkeit, in die Betreibergesellschaft einzusteigen. Er zeigte auch die Möglichkeiten der Förderung auf. Den Räten bot er die Möglichkeit der Besichtigung einer ähnlichen Anlage an.


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