Kronach
Arbeitsmarkt

Loewe-Insolvenz lässt die Arbeitslosenzahl deutlich steigen

Im Raum Kronach hat sich die Arbeitslosenzahl seit Ende Juni um 241 Personen (22,5 Prozent) erhöht. Aktuell sind 1310 Menschen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl um 344 bzw. 3...
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Im Raum Kronach hat sich die Arbeitslosenzahl seit Ende Juni um 241 Personen (22,5 Prozent) erhöht. Aktuell sind 1310 Menschen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl um 344 bzw. 35,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote nahm im Landkreis Kronach um 0,6 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent zu (Vorjahr 2,5 Prozent).

Wie Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, berichtet, ist der starke Anstieg der Zahlen mit der Insolvenz eines Kronacher Großbetriebs (Loewe) und der damit verbundenen sofortigen Freistellung der Mitarbeiter zu erklären.

Dies wirkt sich auch auf die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren im Landkreis aus. Hier erhöhte sich die Zahl innerhalb eines Monats um 36 auf nunmehr 141. Allerdings ist der Anstieg der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht ausschließlich der Betriebsinsolvenz geschuldet. Denn im Juli kommt es regelmäßig zu vermehrten Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen, die nach Abschluss der Berufsausbildung nicht übernommen wurden oder Abgänger von allgemein- und berufsbildenden Schulen waren.

Aus dem Landkreis Kronach gingen beim Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen 85 versicherungspflichtige Stellenangebote ein, gut die Hälfte weniger als im Vorjahr. Im Bestand betreuen die Vermittlungsexperten aber noch immer 720 sozialversicherungspflichtige Jobangebote. Im Vergleich zum Juli 2018 fällt der Bestand damit um 159 bzw. 18,1 Prozent geringer aus.

Vergangenen Monat ist die Arbeitslosigkeit im gesamten Agenturbezirk Bamberg-Coburg, zu dem auch die Landkreise Kronach, Lichtenfels und Forchheim zählen, um 426 Personen (+ 4,5 Prozent) gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung um 416 Personen bzw. 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ende Juli waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg 9873 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Arbeitslosigkeit noch immer unter der 10 000er-Marke. Die derzeitige Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Juni zwar um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent, dennoch entspricht dies weiterhin dem Vollbeschäftigungsniveau. Zum Vergleich: Vor drei Jahren, im Juli 2016, lag die Arbeitslosigkeit mit 11 155 Personen und 3,3 Prozent noch weit über dem derzeitigen Stand.

"Die konjunkturelle Eintrübung ist am regionalen Arbeitsmarkt spürbar", betont Agenturchefin Brigitte Glos. Während die Nachfrage bei den Automobilzulieferern inklusive der hier zuarbeitenden Betriebe gegenwärtig stagniere oder sogar rückläufig sei, werden in Branchen wie Gesundheit und Pflege weiterhin händeringend Arbeitskräfte gesucht. Die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg führe daher bereits zum zweiten Mal ein Pflegeprojekt durch, in dem gezielt Bewerber aus dem europäischen Ausland gewonnen werden.

Neben dem aufgrund von Schul- und Ausbildungsende für die Saison üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, wirke sich vor allem die Insolvenz eines Großbetriebs und die damit verbundene sofortige Freistellung der Mitarbeiter negativ auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk aus, so Glos in Anspielung auf die Loewe-Insolvenz in Kronach. "Es ist uns jedoch gelungen noch im Juli mit allen betroffenen Mitarbeitern Vermittlungsgespräche zu führen und es gibt bereits Nachfragen aus anderen Betrieben. Bei den Auszubildenden hat der größte Teil schon einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden." red

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