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Zeil am Main
Leseabend

Literarische Häppchen zum Valentinstag in stilvoller Umgebung

Statt roten Rosen und süßem Konfekt gab es in der Zeiler Stadtbücherei am Valentinstag literarische Häppchen zu verkosten. Fränkische Autoren lasen aus ihren Werken zum Thema: Liebe, Tod und Teufel. D...
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Liebe, Tod und Teufel zum Valentinstag: Ulrike Schäfer und Thomas Kastura standen bei dem Leseabend in der Zeiler Stadtbücherei neben anderen Autoren im Mittelpunkt.  Foto: Monika Schraut
Liebe, Tod und Teufel zum Valentinstag: Ulrike Schäfer und Thomas Kastura standen bei dem Leseabend in der Zeiler Stadtbücherei neben anderen Autoren im Mittelpunkt. Foto: Monika Schraut

Statt roten Rosen und süßem Konfekt gab es in der Zeiler Stadtbücherei am Valentinstag literarische Häppchen zu verkosten. Fränkische Autoren lasen aus ihren Werken zum Thema: Liebe, Tod und Teufel.

Der Bamberger Krimiautor Thomas Kastura war schon des öfteren bei der Zeiler Volkhochschule zu Gast und führte moderierend durch den Abend. Er begrüßte als erste Leserin Krystyna Kuhn aus Lohr. Sie stellte den Prolog ihres Jugendromans "Mondayclub" vor, in dem es um einen Geheimclub geht, der mit Jugendlichen fragwürdige Experimente anstellt.

Es schloss sich die Lesung von Klaus Gasseleder an. Aus seinem neuesten Buch "Ein Schellfisch schwimmt im Aralsee" las er kurze Prosatexte, die das Publikum zum Schmunzeln brachte. Von hintersinnigen Gedanken über das Wort "Henkersmahlzeit", über die Nöte eines Bestatters spannte er den sein literarisches Potpourri hin zum Thema Liebe und landete am Ende in vergnüglichen Wortspielgeschichten ganz bei der fränkischen Mundart.

Nach einer genüsslichen Pause mit Sekt und Knabbereien zwischen den Bücherregalen erlebten die knapp 30 Zuhörerinnen, wie ein geschriebener Text an Qualität und Leben gewinnt, wenn er zum vorgelesenen Text wird. Ulrike Schäfer aus Würzburg bot zwei ihrer Prosatexte an.

In "Tangente im Herbst" ging es um zwei Jugendliche in ihren ersten sehnsuchtsvollen Versuchen der Annäherung. Sie las mit warmer und behutsamer Stimme, die manchmal drängend voller Tempo, manchmal mit wohl gesetzen Pausen das Publikum hineinzog in die Tiefe die unter den Texten liegt. In der zweiten Geschichte "Gelika entdeckt die Liebe" aus Schäfers Buch "Nachts, weit von hier" folgten die Zuhörerinnen einer Frau, die nach 30 Jahren alte Briefe erneut liest und alleine durch die Erinnerung den Weg einer "behutsamen Revolution" beschreitet. Gleich dieser Frau wurde auch das Publikum aus dem Alltagstrott geführt, hin zu einem Aufruf dem "ins Ungewisse geöffneten Herz" zu vertrauen.

Als weiterer Meister der Vorlesekunst präsentiert sich dann Thomas Kastura. Aus seinem Werk "Mordsmäßig münchnerisch" las er die Geschichte "Das schönste Mädchen der Welt". Aber statt schmalziger Liebesgeschichte, entfachte Kastura bei den Zuhörern ein gruseliges Kopfkino. Er ließ sie Hin- und Herwanken zwischen Liebessehnsucht und Verwesungsgeruch zwischen Theateraktion und Kuttelrezept.

Ein durch und durch gelungener Abend und eine echte Alternative zu Fasching und üblicher Valentinstagszeremonie.

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